Bei Gasflaschen lieber zweimal hinschauen

Ein Einfamilienhaus nach einem Explosionsschaden. Der Bewohner hatte einen Gasheizstrahler an die unten abgebildete Treibgasflasche angeschlossen.
Ein Einfamilienhaus nach einem Explosionsschaden. Der Bewohner hatte einen Gasheizstrahler an die abgebildete Treibgasflasche angeschlossen.

Durch Bedienfehler kommt es immer wieder zu schweren Explosionsschäden

Nach einer Gasexplosion ist der Gebäudeschaden oft enorm groß. Schlimmer noch sind die schweren Verletzungen und sogar Todesfälle, die immer wieder zu beklagen sind. Ursache des Gasaustritts ist meist eine Unachtsamkeit oder Verwechslung, die sich vermeiden ließe.

So sind Gasflaschen zum Beispiel mit einem Linksgewinde ausgestattet. Was eigentlich Schäden verhüten sollte, führt manchmal dazu, dass eine Verbindung nicht ganz festgeschraubt oder beim Versuch, sie nachzuziehen, versehentlich wieder gelöst wird. Denn im Alltag haben wir es gewöhnlich mit Rechtsgewinden zu tun.

In einem kürzlich vom IFS untersuchten Fall hatte ein Mann einen Brenner an eine gewöhnliche 11-kg-Flüssiggasflasche angeschlossen. Dafür hatte er aber eine Armatur benutzt, die für Großflaschen vorgesehen ist. Die Gewinde sind gleich, doch die Dichtmechanismen unterscheiden sich. Die Anschlussmutter kleiner Flaschen ist in der Regel als Rändel- oder Flügelmutter ausgelegt. Sie wird von Hand aufgeschraubt und dichtet über eine weiche Gummidichtung an der Flasche ab.

Großflaschen hingegen haben keine Dichtung. Eine Dichtung aus Kunststoff oder Leichtmetall befindet sich aber am passenden Druckminderer. Die Anschlussmutter muss bei diesem Dichtmechanismus mit einem Werkzeug festgezogen und die Dichtigkeit der Verbindung dann – etwa mit einem Leckagespray – geprüft werden. Eine ausführliche Schilderung des erwähnten Explosionsschadens finden Sie hier.

Treibgasflaschen sind an ihrem angeschweißten Kragen zu erkennen.
Treibgasflaschen sind an ihrem angeschweißten Kragen zu erkennen.

In einem weiteren, besonders tragischen Fall wurde ein Familienvater schwer verletzt. Er hatte einen Gasheizstrahler in Betrieb nehmen wollen. Bei der angeschlossenen Gasflasche handelte es sich jedoch nicht um eine gewöhnliche Flüssiggas- sondern um eine Treibgasflasche, wie sie zum Beispiel zum Betrieb von Gabelstaplern verwendet wird. Dieser Flaschentyp hat ein Tauchrohr, durch das Kontakt zur flüssigen Phase besteht. Beim Öffnen des Ventils strömte darum kein Gas, sondern flüssiges Propan aus. Augenblicklich entstand eine Menge von explosionsfähigem Gas-Luftgemisch.

Treibgasflaschen sind an ihrem angeschweißten Kragen zu erkennen. Mit etwas Sorgsamkeit lassen sich Verwechslungen vermeiden. „Ein unkontrollierter Gasaustritt ist sehr gefährlich“, sagt Dr. Andreas Pfeiffer, IFS-Fachverantwortlicher für Brandursachen. „Man muss sich im Umgang mit Flüssiggasflaschen genügend Zeit zum Lesen und Beachten der Sicherheitshinweise nehmen“.

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