Regelmäßige Sicht- und Funktionskontrollen

Wann bei Leitungswasserinstallationen ein Schaden eintritt, lässt sich nicht präzise vorhersagen. Ungeachtet dessen gibt es Anzeichen, die auf einen bevorstehenden oder schon beginnenden Schaden hinweisen. Auf diese Zeichen sollte man achten und bei deren Auftreten handeln.

Sichtkontrollen

Die Teile von Installationen, die zugänglich sind, sollten mindestens einmal jährlich einer Sichtkontrolle unterzogen werden.
Indikatoren für bevorstehenden Schäden sind:

  • Roststellen an verzinkten Stahlrohren
  • Korrosionsprodukte an Kupferrohren
  • Kalkablagerungen an Rohraußenwänden
  • Korrosionsspuren an Armaturen, Verschraubungen und Verpressungen

Alle genannten Anzeichen weisen auf Korrosionserscheinungen hin. Die Korrosion kann im Rohrinneren beginnen und sich nach außen durchfressen. Aber auch eine sogenannte Außenkorrosion ist möglich, wenn Feuchtigkeit von außen an die Installation gelangt. In jedem Fall ist ein Fachmann zu Rate zu ziehen, wenn solche Anzeichen vorhanden sind.

Überwachung der Luftfeuchtigkeit

Insbesondere bei Rohrleitungen, die verdeckt verlegt sind, lassen sich Schäden im Anfangsstadium schwer zu erkennen. Immer wieder kommt es zu sogenannten Allmählichkeitsschäden, bei denen eine kleine Leckage zur Durchfeuchtung von ganzen Gebäuden führt. Durch die Messung der Luftfeuchtigkeit können solche Schäden in einem noch frühen Stadium erkannt werden. Auffällig sind konstant hohe Feuchtigkeitswerte, die über denen in anderen Räumen liegen. Hohe Luftfeuchtigkeitswerte können auch andere Ursachen haben. Das gilt es abzuklären. Absolutwerte lassen sich hier nicht angeben, da die Luftfeuchtigkeit in Abhängigkeit vom Wetter und anderen Ereignissen schwankt.

Dichtigkeitsprüfungen der Installationen

Installationen, die keine Mängel aufweisen, sind dicht. Man kann die Dichtigkeit prüfen, indem die Hauptwasserleitung für 10 min abgesperrt wird. Während dieser Zeit darf keine Wasserentnahme stattfinden. Danach öffnet man die Hauptwasserleitung wieder und beobachtet dabei den Wasserzähler. Ist die Installation dicht, strömt kein Wasser nach, die Anzeige des Zählers ändert sich nicht. Liegen dagegen kleine Undichtigkeiten vor, so strömt nach dem Öffnen des Hauptventils Wasser nach, oft verbunden mit einem charakteristischen Geräusch.

Moderne Leckageschutzsysteme verfügen über eine automatische Dichtigkeitsprüfung. Alle 24 Stunden, meist nachts, wird die Installation kurzzeitig abgesperrt und der Druck gemessen. Tritt ein Druckabfall auf, wird ein Alarm ausgelöst. Manche Hersteller sperren dann die Wasserzufuhr automatisch.
Solch ein Druckabfall kann gelegentlich auftreten, wenn z.B. das Schwimmerventil der WC-Spülung hängt. Eine echte Mikroleckage ist dagegen vorhanden, wenn die Störungsmeldung jeden Tag erscheint. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Ein Installateur sollte unverzüglich hinzugezogen werden.

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