Kondenswasser zerstört Kupferleitung

Der Feuchteschaden in einem Einfamilienhaus blieb über einen längeren Zeitraum unentdeckt, sodass es bereits zu Schimmelwachstum gekommen war, als das Problem entdeckt wurde: Die Kondensatwasserleitung der Brennwert-Gastherme war undicht. Der undichte Abschnitt wurde zur Untersuchung ins IFS-Labor geschickt. Es handelte sich um zwei, mit einem 90 °-Bogen verbundene Kupferrohre. Von außen waren bereits punktuelle und längliche Wanddurchbrüche im Kupfer zu erkennen.
Nach dem Auftrennen der Rohrstücke wurde auf der Innenseite das Ausmaß des Schadens sichtbar: In Ablaufrichtung
des Wassers verliefen tiefe Korrosionskanäle. Stellenweise war das Kupfer blank oder bräunlich verfärbt und an vielen
Stellen vollkommen zerstört. Abseits der Ränder der Kanäle war die typische grüne Deckschicht zu sehen, die sich in
Kupferrohrleitungen durch die Reaktion mit Wasser gewöhnlich bildet und das Material schützt.
Das Kupfermaterial war ohne Mängel. Grund für die massive Innenkorrosion war ein Planungsfehler des Installateurs:
Erdgas und Heizöl enthalten Kohlenwasserstoffe. Bei der Verbrennung entsteht Kondenswasser, das über eine entsprechende Leitung in die Abwasserinstallation geführt wird. Das Kondenswasser ist jedoch sauer und wirkt korrosiv.
Darum darf für eine Kondensatrohrleitung kein Kupfer verwendet werden. Der Installateur hatte mit der Wahl dieses
unzulässigen Materials gegen die DIN 1986 Teil 4 verstoßen.

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