Auf Stütze angewiesen

Fehler durch Nutzer, Handwerker und in der Produktion führen zu zahlreichen Schäden an flexiblen Schläuchen

Flexschläuche gehören zu den Bauteilen, an denen viele Leitungswasserschäden entstehen. Während es bei anderen Komponenten oft eine typische Schadenursache gibt, werden Schäden an Anschlussschläuchen gleichermaßen durch Fehler bei der Montage, bei der Produktion und im Betrieb verursacht. Der grundsätzliche Verlauf ist bei einem Großteil der Fälle gleich: Das äußere Drahtgeflecht wird beschädigt, und ohne dessen stützende Wirkung platzt der elastische Innenschlauch zwangsläufig durch den Leitungsdruck auf.

Bei der Montage wurde das notwendige Stützgeflecht entfernt.
Bei der Montage wurde das notwendige Stützgeflecht entfernt.

Die Montage

Wichtig ist demnach der einwandfreie Zustand des Stützgeflechts. Auf dem ersten Foto ist eine besondere handwerkliche Leist­ung zu sehen: Bei der – ansonsten ordentlichen – Montage wurde der Flexschlauch zum Teil abgemantelt. Das Bild zeigt den nach dem Wasserschaden reparierten Anschluss. Der Monteur hat seine individuelle Installationstechnik ein zweites Mal umgesetzt, bevor das IFS ihn über die Funktion des Schlauches aufklären konnte.

Bei der Montage kann der Innenschlauch aber auch direkt geschädigt werden, denn die Biegsamkeit von Flexschläuchen hat Grenzen. Wird der Schlauch zu stark gebogen oder gar verdrillt, kann es durch die Belastung zu Schädigungen des Innenschlauchs kommen, vor allem im Anschlussbereich.

Das Geflecht wurde bei der Produktion nicht weit genug in die Presshülse eingeschoben.
Das Geflecht wurde bei der Produktion nicht weit genug in die Presshülse eingeschoben.

Die Produktion

Einige Schäden werden schon bei der Herstellung initiiert. Das zweite Bild zeigt einen Schlauch, der direkt hinter der Presshülse geplatzt ist. Das Drahtgeflecht wurde bei der Produktion nicht weit genug in die Hülse eingeschoben. Im Betrieb rutschte es allmählich heraus, so dass die Stützwirkung wegfiel. Solche Fehler sind manchmal offensichtlich; in anderen Fällen liegt der Mangel unter der Presshülse verborgen und zeigt sich erst durch eine Leckage.

Korrodierte Drähte eines Stützgeflechts.
Korrodierte Drähte eines Stützgeflechts.

Der Betrieb

Ein typischer Einsatzort für Flexschläuche ist der Spülenunterschrank. Dort sollen meist diverse Reinigungsmittel und Putzutensilien einen Platz finden, und darum sind die Schränke – von den Abmaßen vollkommen unabhängig – immer zu klein. Trotzdem empfiehlt das IFS, den Spülenschrank mit Vorsicht und nicht bis zum letzten Kubikzentimeter zu nutzen. Das Drahtgeflecht der Anschlussschläuche straft mechanische Belastungen durch Putzeimer oder andere Gegenstände möglicherweise kostspielig ab. Noch weit häufiger kommt es zu Korrosion an den Edelstahldrähten durch chloridhaltige Reinigungsmittel. Das dritte Bild zeigte eine mikroskopische Aufnahme mit zum Teil bereits gebrochenen Drähten. Auf dem vierten Foto wurde das Geflecht eines Flexschlauches in einem Bereich komplett zerstört, weil er im Spülenschrank als Wäscheleine für einen Putzlappen herhalten musste.

Durch einen Reiniger wurde das Geflecht zerstört und der Innenschlauch platzte.
Durch einen Reiniger wurde das Geflecht zerstört und der Innenschlauch platzte.

Da solche Schäden meist nicht über Nacht entstehen, sollte man beim Angeln nach der Spülmittelflasche gelegentlich einen Blick auf die Flexschläuche werfen. Ist das Drahtgeflecht korrodiert, muss der Schlauch ausgetauscht werden. Vorgeschädigte Schläuche dürfen, etwa nach einer Sanierung, nicht erneut installiert werden. Mit ein bisschen Sorgfalt ließen sich viele Schäden durch Flexschläuche verhindern. Nur wenn bei der Herstellung, der In­stallation und im Betrieb keine groben Fehler gemacht werden, erreicht ein flexibler Schlauch seine vorgesehene Lebensdauer von 20 Jahren. Im Schadenfall kann das IFS die Ursache durch eine technische Untersuchung ermitteln.

1. Bei der Montage wurde das notwendige Stützgeflecht entfernt. 2. Das Geflecht wurde bei der Produktion nicht weit genug in die Presshülse eingeschoben. 3. Korrodierte Drähte eines Stützgeflechts. 4. Durch einen Reiniger wurde das Geflecht zerstört und der Innenschlauch platzte.

Diesen Beitrag weiterempfehlen