Wetterdaten und Schadenbild im Einklang

Der Durchlauferhitzer mit geöffnetem Gehäuse: Unten ist die Kupferpatrone des Heizsystems zu sehen.
Der Durchlauferhitzer mit geöffnetem Gehäuse: Unten ist die Kupferpatrone des Heizsystems zu sehen.

Wird ein Leitungswasserschaden in einem leerstehenden Haus gemeldet, dann lohnt sich ein Blick auf die Wetterdaten. Häufig beteuern die Eigentümer, das betroffene Gebäude beheizt und regelmäßig kontrolliert zu haben. Sollte dem Schaden dennoch eine Frosteinwirkung zugrunde liegen, so lässt sich dies in der Regel nachweisen.

Im hier beschriebenen Fall lief Ende Januar Wasser aus einem defekten Durchlauferhitzer, der im Badezimmer im Obergeschoss eines leerstehenden Wohnhauses installiert war. Der Eigentümer hatte die Thermostatregler der Heizkörper nach eigenen Angaben auf das Frostsymbol gestellt. Zudem sei das Gebäude täglich kontrolliert worden.

An einer Seite ist die Sitzplatte etwa einen Zentimeter aus der Umbördelung der Patrone gedrückt worden.
An einer Seite ist die Sitzplatte etwa einen Zentimeter aus der Umbördelung der Patrone gedrückt worden.

Der Durchlauferhitzer wurde im IFS untersucht. Die Leckagestelle befand sich an der kupfernen Heizpatrone. An einer Seite war die Sitzplatte etwa einen Zentimeter aus der Umbördelung der Patrone gedrückt worden. Abgesehen davon gab es keine Beschädigungen an der Patrone oder an den anderen Komponenten im Inneren des Gerätes.

Das Kunststoffgehäuse war geborsten. Der entstandene Riss lag an der Stelle, hinter der sich die Sitzplatte der Patrone befunden hatte. Schwarze Abdrücke am weißen Kunststoff stammten von einem an dieser Stelle verbauten Drucksensor.

Das Kunststoffgehäuse ist durch Druck von innen geborsten.
Das Kunststoffgehäuse ist durch Druck von innen geborsten.

Sowohl der Schaden am Gehäuse als auch der an der Patrone waren durch Krafteinwirkungen von innen entstanden. Mit dem Herausdrücken der Sitzplatte aus der Patrone wurde auch das Gehäuse von innen nach außen gedrückt. Die Sitzplatte ihrerseits zeigte keine Mängel und konnte nur durch einen starken Druckanstieg in der Patrone herausgedrückt worden sein. Laut Hersteller lag der Berstdruck bei 30 bar.

Ein so hoher Druck in dem an sich mängelfreien Gerät ließ sich ausschließlich durch Frosteinwirkung erklären. Die Recherche beim Wetterdienst zeigte, dass es im Vorfeld des Schadens eine Frostperiode mit mehreren Eistagen in der Umgebung des Schadenobjektes gab. Es hatte zweifellos einen Frostschaden im Haus gegeben. Der Durchlauferhitzer oder angrenzende Bereiche der wasserführenden Installation, z.B. in Abseiten oder innerhalb der Außenwand, müssen zeitweilig unter Frosteinwirkung gelangt sein.

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