Wassereinbruch unbedingt verhindern

Ein Abschnitt der Warmwasserleitung wird im Labor untersucht. Der Pfeil markiert die Leckagestelle.
Ein Abschnitt der Warmwasserleitung wird im Labor untersucht. Der Pfeil markiert die Leckagestelle.

Eine zerbrochene Fliese oder abgenutzte Fugen sind nicht nur optische Makel. Wenn Feuchtigkeit in den Fußboden eindringt, entstehen oft über einen langen Zeitraum unbemerkt Schäden. So geschehen in einem Restaurant, in dem der Fußboden in der Küche und in angrenzenden Räumen schließlich reichlich mit Wasser gefüllt war.

Beim Öffnen des Fußbodens stieß man auf Leckagen an der dort verlaufenden Warmwasserleitung. Das betroffene Kupferrohrstück wurde nebst Fotos von der Schadenstelle ins IFS geschickt, wo eine Gutachterin die Ursache ermitteln sollte.

Bei genauerer Betrachtung sind zwei Löcher in der Rohrwand zu sehen.
Bei genauerer Betrachtung sind zwei Löcher in der Rohrwand zu sehen.

Der Korrosionsangriff von außen auf die Leitung war nicht zu übersehen. In der Vergrößerung ist der um die Bruchstellen besonders ausgeprägte Materialabtrag zu erkennen, wie Bild 3 zeigt. Von außen in den Fußboden eingedrungenes Wasser war zweifelsfrei die Schadenursache.

An einem Bodenablauf in der Küche war eine Rohrdurchführung nicht abgedichtet und an einem anderen waren die angrenzenden Fliesen abgetragen und der Ablauf nur mit einem Gitter versehen worden. Durch diese Mängel sowie die eingangs erwähnten Beschädigungen des Fliesenbelages konnte lange unbemerkt Feuchtigkeit – zum Beispiel Wischwasser – in den Fußbodenaufbau eindringen.

Die Wanddurchbrüche befinden sich in Mulden, die durch Materialabtrag entstanden sind.
Die Wanddurchbrüche befinden sich in Mulden, die durch Materialabtrag entstanden sind.

Mit dem Auftrag bekam die Gutachterin auch den Hinweis zu prüfen, ob die Verwendung von scharfen Reinigungsmitteln zum Schaden geführt haben könnte. Saure Substanzen, die oft in Reinigungsmitteln enthalten sind, würden in einem Fall wie diesem den Korrosionsprozess beschleunigen. Doch Wasser allein genügt, um den Schaden zu verursachen.

Unterstützt wurde der Korrosionsprozess auch durch die Schaumstoffumhüllung der Rohre, die sich mit Wasser vollgesogen hatte. Auch sind Warmwasserrohre stärker gefährdet als Kaltwasserrohre, weil die höhere Temperatur den Korrosionsprozess begünstigt.

Das Ausmaß der Korrosion belegte, dass der Fußboden über einen langen Zeitraum durchfeuchtet war. Reinigungsmittel, durchtränkte Dämmstoffe und erwärmtes Wasser mögen die Entstehung der Rohrbrüche beschleunigt haben. Doch das Problem war der Wassereinbruch an sich. Feuchtigkeit im Fußbodenaufbau muss verhindert werden. Kommt es doch dazu, so kann nur eine vollständige Trocknung langfristig Schäden verhindern.

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