Verwechslungsgefahr bei Linksgewinden

Deutliche Explosionsschäden am Gebäude
Deutliche Explosionsschäden am Gebäude

Ein lauter Knall aus dem Anbau eines Wohnhauses alarmierte die Anwohner. Sie fanden den Hausbewohner in dem kleinen, ebenerdigen Raum des Anbaus. Er hatte sich schwer verletzt – offenbar bei dem Versuch, einen Katalytofen in Betrieb zu nehmen.

Die Explosionsspuren am Gebäude waren nicht zu übersehen: Durch das Mauerwerk zogen sich Risse, und die Eingangstür war aus den Angeln gerissen worden. An den Gegenständen im Raum gab es außerdem oberflächliche Brandspuren, wie sie beim Abbrand eines Gases entstehen.

Der Katalytofen mit angeschlossener Gasflasche
Der Katalytofen mit angeschlossener Gasflasche

Im Innenhof untersuchte der beauftragte IFS-Gutachter den Katalytofen. An dem Gerät selbst konnte er keinen Defekt feststellen. Eine fünf-Kilo-Propangasflasche war noch angeschlossen. Doch auch an der Flasche und an deren Ventil gab es keine Schäden.

Dem Gutachter fiel auf, dass die Rändelschraube, über die der Druckminderer mit der Flasche verbunden wird, nicht komplett festgezogen war. Es fehlte eine halbe Umdrehung. Mit einem Photoionisationsdetektor stellte er fest, dass an der Rändelschraube Gas entwich, wenn das Flaschenventil geöffnet wurde.

Die Rändelschraube ist nicht ganz angezogen.
Die Rändelschraube ist nicht ganz angezogen.

Ursache für die Explosion war also die nicht vollständig hergestellte Verbindung zwischen Druckminderer und Flasche. Flaschen mit brennbaren Gasen sind mit einem Linksgewinde versehen, um Verwechslungen und damit Schäden zu verhindern. Nach Erfahrung des IFS führen jedoch gerade diese Linksgewinde immer wieder zu Problemen. Da Gewinde gewöhnlich mit einer Rechtsdrehung geschlossen werden, drehen Nutzer die Schraube zunächst nach rechts, wenn sie eine Undichtigkeit feststellen, und öffnen damit die Verbindung weiter. Auch im hier beschriebenen Fall hat vermutlich diese Fehlreaktion zu dem Unglück geführt.

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