Verarbeitung von flexiblen Schläuchen

Der Anschlussschlauch wird im Labor untersucht: An der markierten Stelle haben sich die Metalldrähte entflochten.
Der Anschlussschlauch wird im Labor untersucht: An der markierten Stelle haben sich die Metalldrähte entflochten.

Weil die flexible Anschlussleitung eines Kaffeeautomaten geplatzt war, hatte es einen Leitungswasserschaden gegeben. Durch eine Laboruntersuchung des betroffenen Schlauches sollte das IFS die Ursache ermitteln.

Es handelte sich um einen flexiblen Schlauch, der über Pressverbindungen an einem Ende mit einem Rohrstutzen und am anderen mit einem Gewindeanschluss verbunden war. Auf der Seite mit dem Rohrstutzen war der Schlauch direkt vor der Presshülse gerissen.

Im Gummischlauch klafft ein Riss.
Im Gummischlauch klafft ein Riss.

Flexible Schläuche bestehen aus einem gummielastischen Innenschlauch und einem Metallgeflecht, das diesen ummantelt. Fällt die stützende Wirkung des Geflechts weg, so kann der Gummischlauch allein dem Leitungsdruck nicht standhalten und platzt. Dieses Schadenbild sehen die IFS-Gutachter häufig.

Bei dem Anschlussschlauch des Kaffeeautomaten hatten sich die Metalldrähte im Bereich der Pressverbindung entflochten. Darunter klaffte, deutlich sichtbar, ein Riss in dem schwarzen Gummischlauch.

Unter der Hülse war kein Metallgeflecht; die Abdrücke auf dem Gummi reichen nur bis zum Rand der Verpressung (Pfeil).
Unter der Hülse war kein Metallgeflecht; die Abdrücke auf dem Gummi reichen nur bis zum Rand der Verpressung (Pfeil).

Der Gutachter trennte die Presshülse auf. Die Abdrücke auf der Gummioberfläche zeigten, dass hier ein Produktfehler vorlag: Zwar zeichnete sich das Geflechtmuster der Drähte leicht ab. Doch die tieferen Abdrücke, wie sie bei der Verpressung entstehen, reichten nur bis zum vorderen Rand der Pressmarke. Das Metallgeflecht war bei der Herstellung zunächst tief genug in die Hülse eingeschoben worden, vor der Verpressung aber wieder herausgerutscht.

Die Metalldrähte wurden demnach nicht wie vorgesehen fixiert. In der Folge konnten sie sich mit der Zeit entflechten, so dass es zur Überlastung des nun ungeschützten Innenschlauches kam.

Dieser Produktfehler taucht immer wieder einmal auf – bei Schläuchen mit Gütesiegel seltener als bei Billigprodukten. Der Schlauch aus diesem Fall trug allerdings die Prägung des DVGW. Auch Markenprodukte sind vor Verarbeitungsfehlern eben nicht gefeit. Um solche Schäden zu verhindern, ist bei der Herstellung von Pressverbindungen stets Sorgfalt notwendig.

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