Trocknung reicht häufig nicht aus

Starke Salzausblühungen an den massiven Wänden
Starke Salzausblühungen an den massiven Wänden

Bei Leitungswasserschäden ist eine rasche Beseitigung der Leckage wichtig, um Folgeschäden zu verhindern. Schwierig wird es, wenn man zwar Feuchtigkeit feststellt, aber deren Ursache nicht findet. Im hier beschriebenen Fall wurde in einem gewerblich genutzten Gebäudekomplex eine Durchfeuchtung im Fußboden festgestellt. Daraufhin begann eine lange Suche nach der Ursache. Schließlich fand man heraus, dass aus einer undichten Kondensatleitung der Klimaanlage Wasser über einen Leitungskanal in den Fußbodenaufbau eindringen konnte. Seit die Durchfeuchtung festgestellt wurde, waren etwa zwei Jahre vergangen, als das IFS mit der Untersuchung des Schadenobjektes beauftragt wurde. Ein Gutachter sollte das Schadenausmaß ermitteln und die nötigen Sanierungsmaßnahmen skizzieren.
Massiver Schimmelbefall hinter einem Regal
Massiver Schimmelbefall hinter einem Regal

In verschiedenen Räumen waren deutliche Schäden erkennbar: An den massiven Wänden gab es in den unteren Bereichen Salzausblühungen und zum Teil erheblichen Schimmelbefall. Auch Säulen, die in einigen Räumen standen, zeigten im unteren Bereich Salzausblühungen. Betroffen waren alle Wände, die auf der Betonsohle des Fußbodens unterhalb des Gussasphaltestrichs aufsetzten. Feuchtemessungen ergaben, dass die Wände stellenweise bis zur Höhe von etwa einem Meter feucht waren.
Das Stäbchenparkett, mit dem die betroffene Fläche größtenteils ausgelegt war, hatte Quellschäden davongetragen. Der Gutachter untersuchte den darunter liegenden Fußbodenaufbau:
Verfärbungen des unteren Wandbereiches in einem Technikraum
Verfärbungen des unteren Wandbereiches in einem Technikraum

Dessen Perlite-Schüttung war nicht nur durchfeuchtet, sondern auch stark durch Schimmel und Bakterien belastet, wie eine mikrobielle Untersuchung entnommener Proben ergab. Um diesen Schaden vollständig und nachhaltig zu beseitigen, war es unumgänglich, den Estrich zurückzubauen und die darunter liegenden Materialien zu entfernen. Bei „weniger starkem Befall“ ist nach dem „Schimmelpilzsanierungsleitfaden“ des Umweltbundesamtes auch eine Trocknung und Abschottung möglich. Wenn ein Schaden jedoch, wie hier, über einen langen Zeitraum ein großes Ausmaß angenommen hat, bleibt oft nur ein kompletter Austausch der betroffenen Materialien.

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