Tempolimit in Zirkulationsleitungen

Sechs Leitungsabschnitte mit Rohrbrüchen werden im Labor untersucht.
Sechs Leitungsabschnitte mit Rohrbrüchen werden im Labor untersucht.

Geschwindigkeitsüberschreitungen können nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in der Hausinstallation zu bösen Überraschungen führen, wie dieser Fall zeigt. In dem betroffenen Gebäude kam es über mehrere Jahre immer wieder zu Rohrbrüchen an der Warmwasser-Zirkulationsleitung. Schließlich wurde das IFS beauftragt, die Ursache der Schadenserie zu ermitteln.

Die zuständige Gutachterin besuchte die Schadenstelle und untersuchte im Labor sechs Leitungsabschnitte, an denen es zu Wanddurchbrüchen gekommen war.

Hier sind die Wanddurchbrüche von vier Asservaten in der Nahaufnahme zu sehen - Ansicht von außen.
Hier sind die Wanddurchbrüche von vier Asservaten in der Nahaufnahme zu sehen – Ansicht von außen.

In wasserführenden Leitungen aus Kupfer bildet sich eine grüne Deckschicht, die das Material schützt. Bei den untersuchten Abschnitten war diese Deckschicht aber nur teilweise vorhanden und sehr ungleichmäßig.

Die Wanddurchbrüche waren durch Materialabtrag von innen entstanden. Im Bereich der Löcher hatten sich Gruben in der Rohrinnenwand gebildet. Diesen grubenartigen Materialabtrag gab es auch an vielen anderen Stellen, an denen es noch nicht zum Wanddurchbruch gekommen war.

Das beschriebene Schadenbild ist typisch für Erosionskorrosion. Sie entsteht durch zu hohe Strömungsgeschwindigkeiten und starke Turbulenzen, wie sie zum Beispiel hinter Querschnittsverengungen oder Richtungsänderungen sowie auch durch in das Rohr ragende Grate verursacht werden.

An der Innenwand des aufgetrennten Bogens sind ein Wanddurchbruch (Pfeil) und die nur zum Teil vorhandene grüne Deckschicht zu erkennen. Um den Wanddurchbruch ist das Rohrmaterial bereits deutlich abgetragen worden, und der rötliche Kupferwerkstoff ist sichtbar.
An der Innenwand des aufgetrennten Bogens sind ein Wanddurchbruch (Pfeil) und die nur zum Teil vorhandene grüne Deckschicht zu erkennen. Um den Wanddurchbruch ist das Rohrmaterial bereits deutlich abgetragen worden, und der rötliche Kupferwerkstoff ist sichtbar.

Mehrere der untersuchten Wanddurchbrüche lagen in diesem Fall in Bereichen von Verbindungsstellen, in denen Rohre bei der Installation nicht entgratet worden waren. Zudem war die Strömungsgeschwindigkeit in der Zirkulationsleitung zu hoch gewesen. Weil bereits mehrere Leitungswasserschäden entstanden waren, wurde schon drei Jahre vor der Untersuchung durch das IFS die Zirkulationspumpe des Gebäudes gegen eine schwächere ausgetauscht. Zu diesem Zeitpunkt müssen die Leitungen aber bereits so stark vorgeschädigt gewesen sein, dass sich weitere Leckagen dadurch nicht mehr verhindern ließen.

Die Gutachterin riet, die betroffenen Leitungsabschnitte vollständig zu erneuern, um die Fortsetzung der Schadenserie zu verhindern. Außerdem empfahl sie einen hydraulischen Abgleich, um die Strömungsgeschwindigkeit zu reduzieren. In der DIN 1988-300 wird für Zirkulationsleitungen eine Strömungsgeschwindigkeit von 0,2 bis 0,5 Metern pro Sekunde empfohlen. Ein Meter pro Sekunde sollte auf keinen Fall überschritten werden.

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