Sicherheitsventil wurde nachträglich installiert

Die Zentralheizung; der Pfeil deutet auf den Warmwasserspeicher.
Die Zentralheizung; der Pfeil deutet auf den Warmwasserspeicher.

Vor der Garage im Keller eines Reihenhauses stand Wasser. Es musste aus dem Keller gelaufen sein. Weil die Bewohner sich gerade im Urlaub befanden, baten die aufmerksamen Nachbarn den Wasserversorger, die Zufuhr abzustellen. Am Warmwasserspeicher, der zur Heizungsanlage im Keller gehörte, waren 150 Kubikmeter Wasser ausgetreten, wie sich später herausstellte. Zudem war das Kunststoffgehäuse einer Speicherpumpe gerissen. Doch wie konnte das geschehen?

Ein IFS-Gutachter untersuchte die Schadenstelle. Zu diesem Zeitpunkt war die Heizungsanlage inklusive Speicher bereits repariert und wieder in Betrieb. Dennoch war das Spurenbild unmissverständlich:

Die Wärmedämmung des Warmwasserspeichers ist aufgebrochen.
Die Wärmedämmung des Warmwasserspeichers ist aufgebrochen.

Der Warmwasserspeicher war gedehnt und seine Wärmedämmung aufgerissen. Es musste einen Druckanstieg in dem Behälter gegeben haben, der dessen zulässigen Betriebsdruck von zehn bar überschritt. Eine solche Druckzunahme in wasserführenden Systemen ist zum Beispiel durch Frost zu erklären. Aber Frosteinwirkung war in diesem Fall ausgeschlossen.
Am Speicher war ein Sicherheitsventil mit einem Auslösedruck von acht bar installiert. Die Überprüfung ergab, dass es einwandfrei funktionierte. Allerdings gab es eine Auffälligkeit an dem Bauteil: Wie der Gutachter auf Nachfrage beim Hersteller erfuhr, war das Gehäuse des Sicherheitsventils jünger als die Heizungsanlage. Und die Hauseigentümer sagten, an der knapp zwei Jahre alten Anlage sei seit ihrer Installation nichts geändert worden.
Das Sicherheitsventil wird überprüft: Es funktioniert einwandfrei.
Das Sicherheitsventil wird überprüft: Es funktioniert einwandfrei.

Zum Schadenzeitpunkt konnte das Sicherheitsventil nicht installiert gewesen sein. Auf der Installationsrechnung des Heizungsbetriebes über die Neuinstallation war zudem ein anderes Ventil aufgeführt, als es an der Anlage vorgefunden wurde. Dieselbe Firma hatte die Anlage nach dem Schaden repariert – noch bevor der Schaden vom Sachverständigen des Versicherers aufgenommen wurde. Dabei muss der Monteur ein Versäumnis nachgeholt haben: Er installierte das ursprünglich fehlende Sicherheitsventil, das einen schädigenden Druckanstieg in dem geschlossenen Warmwasserspeicher wirksam vermieden hätte.

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