Sicherheitseinrichtung der Pelletheizung ungünstig platziert

Beim Blick in den geöffneten Pelletkessel ist ein Brandschwerpunkt oben links zu sehen. Dort verlief die interne Verdrahtung der Heizung in Kunststoffrohren.
Beim Blick in den geöffneten Pelletkessel ist ein Brandschwerpunkt oben links zu sehen. Dort verlief die interne Verdrahtung der Heizung in Kunststoffrohren.

Rückbrände sind für Hersteller von Pelletkesselheizungen eine Herausforderung. Immer wieder kommt es zu Brandschäden. Im hier beschriebenen Fall ermöglichte die Anordnung der Komponenten eine Brandentstehung, aber nicht deren frühzeitige Entdeckung.

Als er nach Hause kam, bemerkte ein Mann Brandgeruch, der ihn in den Keller seines noch relativ neuen Hauses führte. Es hatte ein Feuer in der sofort nach dem Bau dort aufgestellten Pelletheizung gegeben, der zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits von selbst erloschen war. Das IFS holte die Heizung für eine Untersuchung ab.

Der Pfeil deutet auf den Temperaturfühler. Die Pellets werden aus dem Vorratsbehälter (weiter links unten, nicht im Bild) über die Förderschnecke (1) in den Brennraum (2) transportiert.
Der Pfeil deutet auf den Temperaturfühler. Die Pellets werden aus dem Vorratsbehälter (weiter links unten, nicht im Bild) über die Förderschnecke (1) in den Brennraum (2) transportiert.

Das Brandspurenbild zeigte einen Schadenschwerpunkt in dem Bereich, in dem sich die interne Verdrahtung der Heizung befunden hatte. Die Kabel verliefen durch Kunststoffrohre, die im Bild nicht zu sehen sind, weil sie durch das Feuer zerstört wurden.

Der Gutachter stellte fest, dass es einen Rückbrand aus dem Brennraum des Kessels in die Förderschnecke gegeben hatte. Von dem Metallrohr, in dem diese sogenannte Stokerschnecke verlief, ging daraufhin eine so starke Hitzestrahlung aus, dass die darüber angeordneten Kunststoffrohre mit der internen Verdrahtung in Brand gerieten.

Hier wurde die Förderschnecke aus dem Rohr gezogen. Darin haben sich unverbrannte und auch verkohlte Pellets befunden.
Hier wurde die Förderschnecke aus dem Rohr gezogen. Darin haben sich unverbrannte und auch verkohlte Pellets befunden.

Um einen Rückbrand frühzeitig zu detektieren, gab es einen Temperaturfühler an der Stokerschnecke. Doch dieser war etwa in der Mitte der Schnecke platziert und damit vor dem Brandbereich.

Zum besseren Verständnis: Die Pellets werden aus dem Vorratsbehälter über die aufwärts verlaufende Förderschnecke in den Brennraum transportiert. Im zweiten Bild sind diese Komponenten von links nach rechts angeordnet.

Der Temperaturfühler konnte also wegen seiner Anordnung den Rückbrand nicht frühzeitig detektieren. Zudem verliefen die Kunststoffrohre mit der Verkabelung dicht über dem Rohr mit der Förderschnecke. Letzteres hat der Hersteller in der Konstruktion der Kessel geändert: Die betroffene Heizung wurde 2006 gebaut. Bei einem Gerät von 2008 waren die Kunststoffrohre ein gutes Stück weiter von der Förderschnecke entfernt angeordnet worden.

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