Schimmelbefall in Raumecken und an Fensterlaibungen

An der Außenwand oberhalb des Fensters ist im Badezimmer deutlicher Schimmelpilzbefall zu sehen.
An der Außenwand oberhalb des Fensters ist im Badezimmer deutlicher Schimmelpilzbefall zu sehen.

Gibt es in einer Wohnung Schimmelpilzbefall, dann kommt es leicht zum Streit zwischen Mieter und Vermieter. Der eine klagt über bauliche Mängel, der andere über falsches Wohnverhalten. Bleibt nur, herauszufinden, warum sich Schimmelpilze in der Immobilie wohlfühlen. Das IFS kann in solchen Fällen helfen.

Ein Beispiel: In einer 3-Zimmer-Wohnung ist es im Bad und in einem Schlafzimmer zu Schimmelpilzbefall gekommen. Dabei sind im Badezimmer die Wand- und Deckenbereiche über dem Fenster sowie die Fensterlaibung und der Fenstersturz sichtbar mit Schimmelpilzkolonien bewachsen.

Der im ersten Bild gezeigte Bereich ist auf dieser Außenaufnahme markiert.
Der im ersten Bild gezeigte Bereich ist auf dieser Außenaufnahme markiert.

Die thermografische Untersuchung ergibt, dass dort keine baulich bedingten Wärmebrücken vorhanden sind. Auf dem Infrarotbild unten wäre sonst ein erhöhter Wärmeverlust als Hinweis auf einen baulichen Mangel deutlich zu erkennen.

Als der IFS-Gutachter die Wohnung untersucht, herrscht leichter Frost. Im Bad ist es nur 13 °C warm und die relative Luftfeuchtigkeit beträgt 65 %. Das Fenster ist beschlagen, und auf der Fensterbank ist bereits ein Handtuch ausgelegt.

Dieses Bild zeigt sehr klar, dass hier nicht genug gelüftet und nicht genug geheizt wurde. Die Kondenswasserbildung und das darauf folgende Wachstum von Schimmelpilzen ist bei diesen Werten keine Überraschung. Ein Richtwert: Die relative Luftfeuchtigkeit in Räumen sollte nicht dauerhaft über 60 % liegen.

Die thermografische Aufnahme derselben Stelle zeigt, dass es keinen erhöhten Wärmeverlust gibt.
Die thermografische Aufnahme derselben Stelle zeigt, dass es keinen erhöhten Wärmeverlust gibt.

Auch im Schlafzimmer gibt es Schimmelwachstum. Hier sind die Werte allerdings anders. Es ist 19 °C warm und die relative Luftfeuchtigkeit beträgt 44 %. Wie im Bad ergibt die thermografische Untersuchung keinen Hinweis auf Wärmebrücken. Der Wandaufbau ist überall trocken.

Unter diesen Bedingungen sollte alles in Ordnung sein. Doch in einer Außenwandecke hat sich die Tapete gelöst, und dahinter kommt Schimmelpilzwachstum zum Vorschein. Auch die Fensterlaibungen sind betroffen.

Aus dem gemessenen Raumklima errechnet der Gutachter auch die absolute Luftfeuchte. Deren Wert liegt deutlich über dem der Außenluft und ist nahezu identisch mit dem aus dem Badezimmer. Die Messungen lassen sich dadurch erklären, dass die morgens im Badezimmer produzierte Feuchtigkeit nicht nach außen abgelüftet wurde, sondern sich in der Wohnung verteilt hat.

Ursache der Feuchtigkeit und der Schimmelpilzbildung ist im hier beschriebenen Fall falsches Lüften und Heizen. Gerade in Raumecken und um die Fenster herum kommt es dadurch zu Kondenswasserbildung. Durch unser ganz gewöhnliches Wohnverhalten produzieren wir Feuchtigkeit – etwa beim Duschen, Kochen und schon durch das Ausatmen. Diese Feuchtigkeit kann nur durch ausreichendes Lüften die Wohnräume wieder verlassen.

Diesen Beitrag weiterempfehlen