Scharfe Reinigungsmittel und lange Einwirkzeit

Zwei Siphons und eine Armatur werden im Labor untersucht.
Zwei Siphons und eine Armatur werden im Labor untersucht.

In einem Kindergarten entstanden mehrfach Schäden an den Siphons und Armaturen der Waschtische. Aus Kulanz hatte der Hersteller bereits einige Siphons erneuert. Doch weil die Schadenserie nicht abriss, sollte das IFS eine technische Untersuchung durchführen.

Zwei Siphons und eine Armatur wurden dafür ins Labor geschickt. Außerdem erhielt die Gutachterin eine Liste mit den Reinigungsmitteln, die in der Einrichtung verwendet wurden. Neben der Ursache für die Rissbildungen in den Siphons und Armaturkörperabdeckungen sollte sie herausfinden, warum sich der Schwenkauslauf der Spültischarmatur nicht mehr bewegen ließ. Letzteres lag an starken Kalkabagerungen, wie sich beim Zerlegen der Einhebelmischarmatur zeigte.

Riss und Kratzspuren an der Abdeckung der Armatur.
Riss und Kratzspuren an der Abdeckung der Armatur.

An der Armaturabdeckung waren von außen deutliche Kratzspuren zu erkennen. Unter dem Mikroskop war außerdem gut zu sehen, dass die Chromschicht überall punktförmig durch Korrosion angegriffen war. Stellenweise erschien sie geradezu „angefressen“. Durch die Abdeckung verlief ein mit bloßem Auge gut erkennbarer Riss. Insbesondere in dessen Randbereichen fand die Gutachterin bei der Untersuchung Korrosionsspuren.

Die Risse in den Siphons waren von innen durch Korrosion entstanden, und zwar jeweils in dem Teil der Bögen, in dem sich im Betrieb der Grenzbereich zwischen Metall, Wasser und Luft befindet. Auch hier war die äußere Chromschicht der Siphons beschädigt.

Einer der Siphons: Besonders im Rissbereich ist die Chromschicht beschädigt.
Einer der Siphons: Besonders im Rissbereich ist die Chromschicht beschädigt.

Die vorliegenden Schäden ließen sich durch die Verwendung von scharfen Reinigungsmitteln erklären, die man beim Putzen zudem lange hatte einwirken lassen. Durch eine Elementanalyse der Ablagerungen bestätigte sich dies. Die vielen Kratzspuren auf den Chromteilen wiesen außerdem auf den unsachgemäßen Gebrauch eines Scheuermittels hin.

An den Siphons muss es zunächst Spannungen gegeben haben, die Spannungsrisskorrosion initiiert hatten. Sie waren entweder beim Einbau oder durch mechanische Einwirkungen von außen entstanden. Durch die Reinigungsmittel wurde dieser beginnende Korrosionsprozess dann beschleunigt.

Auf der Liste der Reinigungsmittel befand sich eine Scheuermilch, und im Datenblatt eines verwendeten Essigreinigers stand der Hinweis, die Substanz nur kurz einwirken zu lassen. Für beschädigte Chromschichten sei sie nicht geeignet, hieß es weiter. Insgesamt hatte eine zu unsanfte Behandlung der Bauteile zu den Schäden geführt.

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