Erkennen eines Leitungswasserschadens

Leitungswasserschäden können durch unterschiedliche Sensoren erkannt werden. Diese Sensoren haben alle Vorteile und Nachteile. In manchen Fällen ist die Kombination verschiedener Sensoren zur Erkennung eines Leitungswasserschadens sinnvoll.

Feuchtigkeitsmessung – Wassermelder

Vorteil: Schon kleine Mengen Wasser lösen das Signal aus.
Nachteil: Da man vorher nicht weiß, wo der Schaden auftritt, müssen mehrere Wassermelder installiert werden. Daraus resultiert ein hoher Installationsaufwand. Funkwassermelder kommen ohne diese Installation aus. Regelmäßig ist dann aber ein Batteriewechsel fällig.

Wassermengenmessung

Eine andere Möglichkeit einen Leitungswasserschaden zu erkennen, ist ein unnormaler Wasserbrauch. Für die Messung des Wasserverbrauchs wird eine kleine Turbine eingesetzt. Auf Basis des Hall-Effekts liefert diese Turbine elektrische Signale proportional zum Wasserdurchfluss an eine Steuereinheit. Auf diese Weise werden das Volumen einer Zapfung, die Entnahmezeit und der Durchfluss gemessen.
Nun können an der Steuereinheit maximale Werte für diese Größen vorgegeben werden. Für ein Einfamilienhaus können das z.B. sein:

  • Volumen: 150 Liter
  • Entnahmezeit: 30 min
  • Durchfluss: 2000 Liter/Stunde

Wird einer dieser Vorgabewerte überschritten, wird das als Schaden gewertet und die Installation wird abgesperrt

Vorteil: Es sind keine aufwendigen Installationen notwendig.
Nachteil: Im Schadenfall tritt bis zur Alarmierung die voreingestellte maximale Wassermenge aus. Bei kleineren Leckagen führt die Zeitbegrenzung zu einer Abschaltung.

Druckmessung

Eine weitere Möglichkeit Leitungswasserschäden zu erkennen, besteht in einer Druckmessung. Es wird ein Drucksensor in die Installation integriert. Findet keine Wasserzapfung statt, sollte der Druck in einer Leitungswasserinstallation konstant sein. Fällt er ab, ohne dass eine Zapfung stattfindet, wird das als Leckage gewertet.
Vorteil: Die Druckmessung ist eine sehr empfindliche Methode und ist vor allem zur Erkennung von Mikroleckagen geeignet.
Nachteil: Weil kleinste Leckagen schon als Schaden gewertet werden, kann es Fehlalarme geben. Wurde z.B. ein Wasserhahn versehentlich nicht fest verschlossen oder das Schwimmerventil der Toilettenspülung schließt nicht richtig, wird das als Leckage gewertet.

Schlussfolgerung

Die unterschiedlichen Methoden der Schadenerkennung können in einem Leckageschutzsystem kombiniert werden. Die Schutzwirkung wird dadurch besonders hoch. Allgemeinen Schutz bietet die Wassermengenmessung. Über Feuchtigskeitsmelder können besonders sensible Bereiche abgesichert werden. Die Druckmessung dient der Erkennung von Mikroleckagen.
Welche Detektionsprinzipien bei den unterschiedlichen Systemen genutzt werden, geht aus der Übersichtstabelle hervor.
Ein alternatives Schutzkonzept kann z. B. eine grundsätzlich geschlossene Wasserzuleitung vorsehen, die nur bei Wasserbedarf geöffnet wird. Dieses kann durch die Verwendung von Bewegungsmeldern im Bereich der Wasserzapfstelle erreicht werden.
 

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