Potentialausgleich vergessen

Die Fernwärme-Kompaktstation
Die Fernwärme-Kompaktstation

Von einem Sanitär-Fachbetrieb wurde in einem Einfamilienhaus eine Fernwärme-Kompaktstation eingebaut. Die Mitarbeiter verlegten auch den Stromanschluss der Anlage von einer bereits vorhandenen Abzweigdose. Als sie die Station schließlich probeweise in Betrieb nahmen, funktionierte diese einwandfrei. Kurze Zeit später – die Mitarbeiter waren noch vor Ort – roch es im Haus nach verschmortem Kunststoff. Der Geruch kam von der Fernwärmestation im Keller und aus der Elektroverteilung im Erdgeschoss.

Zur selben Zeit führten Mitarbeiter eines Bauunternehmens auf dem Nachbargrundstück Elektroschweißarbeiten durch, um die Stahlrohre der Hausanschlussleitungen mit dem Fernwärmeverteilnetz zu verbinden.

Die Detailaufnahme des elektrischen Anschlusses zeigt Schmelzspuren an den Schutzleiteradern.
Die Detailaufnahme des elektrischen Anschlusses zeigt Schmelzspuren an den Schutzleiteradern.

Als ein IFS-Gutachter den Schaden später untersuchte, fand er am elektrischen Anschluss der Fernwärmestation deutliche Spuren hoher Temperatureinwirkung an den Schutzleiteradern. Thermische Schäden am Schutzleiter für den Stromanschluss der Fernwärmestation waren auch in der Abzweigdose und in der Elektroverteilung zu sehen.

Das Gehäuse der Fernwärmestation und die von außen ins Haus geführten Anschlussrohre für die Fernwärme wurden von der Sanitärfirma nicht mit Erdungskabeln an die Potentialausgleichsschiene angeschlossen – wie es laut DIN VDE 0100 Teil 410 vorgeschrieben ist.

Auch in der Elektroverteilung sind am Schutzleiter der Leitung für die Stromversorgung der Fernwärmestation thermische Schäden zu sehen.
Auch in der Elektroverteilung sind am Schutzleiter der Leitung für die Stromversorgung der Fernwärmestation thermische Schäden zu sehen.

Zeitgleich hatten die Handwerker auf dem Nachbargrundstück die Kathode des Elektroschweißgerätes nicht elektrisch widerstandlos an das Rohrsystem angeschlossen. Ein Teil der elektrischen Schweißenergie konnte darum über die Rohre des Fernwärmenetzes ins Haus und weiter über den Schutzleiter der Kompaktstation zum Potentialausgleich fließen. Der Aderquerschnitt des Schutzleiters war aber für so starke Ströme nicht ausgelegt, sodass es zu thermischen Schäden kam.

Verantwortlich dafür war die Sanitärfirma, die bei der Installation der Fernwärme-Kompaktstation den Potentialausgleich nicht berücksichtigt hatte.

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