Mobiltelefon setzt Bett in Brand

Ein Blick in das Schlafzimmer: In der Ecke hinten rechts hatte das Bett gestanden.
Ein Blick in das Schlafzimmer: In der Ecke hinten rechts hatte das Bett gestanden.

Akkubrände haben sich zu einem Dauerthema entwickelt. Ständig gibt es neue Produktrückrufe, weil bestimmte Lithium-Akkus zu Überhitzungen und explosionsartigen Brandausbrüchen neigen. Bei den vom IFS untersuchten Schäden sind allerdings auch häufig Akkus betroffen, die zuvor keine bekannten Auffälligkeiten gezeigt haben.

In diesem Fall hatte eine Frau am Morgen ihr Mobiltelefon auf dem Bett liegen lassen und war aus dem Haus gegangen. Als sie gut zwei Stunden später zurückkehrte, bemerkte sie Rauch, der aus dem Dachgeschoss kam – es brannte im Schlafzimmer.

An der Stelle, an der das Telefon gelegen hatte, ist die Matratze verbrannt.
An der Stelle, an der das Telefon gelegen hatte, ist die Matratze verbrannt.

Das Brandspurenbild deutete unmissverständlich auf das Smartphone als Ausgangspunkt des Feuers: In der Zimmerecke, in der das Bett gestanden hatte, zeichneten sich die räumlich am tiefsten gelegenen Brandspuren an der Wand ab, und der Teil der Matratze, auf dem das Gerät gelegen hatte, war weggebrannt.

Eine Untersuchung im IFS bestätigte, was das Schadenbild verriet. Zweifellos war das Feuer durch das Telefon ausgelöst worden. Dessen Akku war aufgebläht und geplatzt.

Zum Schadenzeitpunkt war das Smartphone mit einem Ladegerät verbunden, das wiederum an eine schaltbare Steckdosenleiste angeschlossen war. Letztere war an die Wandsteckdose hinter dem Bett angeschlossen gewesen. Einen technischen Defekt an der Steckdose oder der Steckdosenleiste konnte der Gutachter ausschließen.

Die Rückseite des Telefons; der Akku wurde entfernt und liegt daneben.
Die Rückseite des Telefons; der Akku wurde entfernt und liegt daneben.

Sie habe die schaltbare Steckdosenleiste ausgeschaltet, bevor sie das Haus verlassen hatte, gab die Bewohnerin an. Ihr Telefon sei also während ihrer Abwesenheit nicht geladen worden. Ob das zutraf, konnte die technische Untersuchung in diesem Fall nicht mehr zeigen. Tatsächlich entstehen Brände an Lithium-Akkus vorwiegend in der Ladephase – aber keinesfalls ausschließlich.

Seltsam war, dass zwar das Telefon und die Mehrfachsteckdose zur Untersuchung vorlagen, das Ladegerät aber nicht. Es war auch im Brandschutt nirgends zu finden. Es habe sich um das original Ladegerät gehandelt, beteuerte die Frau. Auch das ließ sich nicht mehr nachvollziehen.

Zum Laden sollte ausschließlich ein Ladegerät verwendet werden, das vom Hersteller für das entsprechende Produkt vorgesehen ist. Andernfalls steigt die Wahrscheinlichkeit einer Überladung. In der Regel weisen die Hersteller in der Bedienungsanleitung darauf hin.

Ob das Telefon zum Schadenzeitpunkt geladen wurde und ob es an das vorgesehene Ladegerät angeschlossen war oder an ein anderes, bleibt offen. Auch ein Brandausbruch aus heiterem Himmel ist bei einem Lithium-Akku leider kein Einzelfall. Wie die Wahrscheinlichkeit eines Schadeneintritts durch die richtige Behandlung zumindest reduziert werden kann, zeigt das IFS in einem Videobeitrag.

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