Messingbauteil versagt in Schwimmbadinstallation

Am linken Kugelhahn ist das Außengewinde abgebrochen.
Am linken Kugelhahn ist das Außengewinde abgebrochen.

Das Versagen eines Bauteils kann schnell sehr umfangreiche und kostenaufwändige Schäden verursachen. So auch in diesem Fall, in dem 60 Kubikmeter Wasser in den Keller eines Einfamilienhauses liefen, als das Gewinde eines Kugelhahns brach.

Der Kugelhahn hatte sich in der Chlorzuführung des Schwimmbades befunden, wo er etwa ein Jahr zuvor von einem Fachbetrieb installiert worden war. Zur Ermittlung der Schadenursache erhielt das IFS das Corpus Delicti und zum Vergleich einen baugleichen Kugelhahn, der an anderer Stelle der Installation verbaut gewesen war.

Im Querschnitt sieht man die Rotfärbung und den Materialabtrag des geschädigten Bauteils. Rechts ist der Querschnitt durch das Vergleichsbauteil zu sehen.
Im Querschnitt sieht man die Rotfärbung und den Materialabtrag des geschädigten Bauteils. Rechts ist der Querschnitt durch das Vergleichsbauteil zu sehen.

„Made in Italy“ war auf beiden zu lesen. Der Hersteller der verchromten Messing-Kugelhähne blieb hingegen unbekannt. An dem geschädigten Bauteil war das Außengewinde rundum abgebrochen. Im Bruchbereich konnte die zuständige Gutachterin bereits die typische rötliche Verfärbung erkennen, die eine selektive Korrosion oder auch Entzinkung des Messings anzeigt.

Auf dem Bild rechts sieht man im Querschnitt deutlich die Entzinkung des betroffenen Kugelhahns. Im Vergleich zum zweiten Kugelhahn ist auch der Materialabtrag gut zu erkennen.

Die mikroskopische Aufnahme des Außengewindes zeigt, wie weit die Entzinkung in das Material hineinreicht.
Die mikroskopische Aufnahme des Außengewindes zeigt, wie weit die Entzinkung in das Material hineinreicht.

Die Farbunterschiede auf der mikroskopischen Aufnahme des gebrochenen Außengewindes zeigen, wie weit die Entzinkung von der Oberfläche in das Material hineinreicht.

Selektive Korrosion hatte hier zum Bruch des Gewindes geführt. Bei dem Messing-Kugelhahn handelt es sich um ein Heizungsbauteil. Für den Einsatz in Trinkwassersystemen war der Kugelhahn nicht geeignet, und schon gar nicht für die Chlorzuführung eines Schwimmbades. Für die Verwendung in Schwimmbadsystemen gibt es spezielle Kunststoffbauteile, die für diese Betriebsbedingungen geeignet sind.

Leider hat in diesem Fall wieder einmal ein Fachbetrieb ein ungeeignetes Bauteil installiert und damit einen Leitungswasserschaden initiiert. Immer wieder appelliert das IFS an die Fachleute, Komponenten sorgfältig auszuwählen und die Regeln der Technik zu berücksichtigen.

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