Korrosiv und schwer wieder loszuwerden

Pulverlöscher sind oft nicht die beste Wahl

Je schneller auf einen Brandausbruch reagiert wird, desto besser. In der Entstehungsphase lassen sich Feuer oftmals relativ leicht löschen. Darum sind Feuerlöscher im betrieblichen Umfeld Pflicht, und die Feuerwehren empfehlen, auch zu Hause in diesen Brandschutz zu investieren. Am weitesten verbreitet sind ABC-Pulverlöscher. Wie die Buchstabenkombination verrät, können sie bei Bränden der Klassen A, B und C, also beim Brand von festen und flüssigen Stoffen sowie von Gasen eingesetzt werden.

Damit sind die kostengünstigen Pulverlöscher für eine breite Palette von Feuern geeignet. In vielen vom IFS untersuchten Fällen hat allerdings das Löschpulver mehr Schaden angerichtet als die Flammen. Die feinen Stäube gelangen in jede kleine Öffnung und sind schwer wieder loszuwerden. Nach dem Einsatz von Löschpulver sind in der Regel umfangreiche Reinigungsarbeiten notwendig – und das so schnell wie möglich, denn das Pulver wirkt korrosiv. Metalloberflächen müssen also unverzüglich und gründlich gereinigt werden, um Korrosionsschäden zu verhindern.

Bei Elektrik oder Elektronik hilft oft nur der Austausch von Komponenten oder, nach der Absaugung, eine sogenannte „selektiv-nasse Elektrosanierung“. Beispielsweise wurde in einem vom IFS untersuchten Fall der Sachschaden in einem Betrieb erheblich vergrößert, weil mehrere Schaltschränke durch Löschpulver verunreinigt wurden. Die Kühlung eines Industriecomputers hatte zudem die Stäube angesaugt und gleichmäßig im Rechner verteilt. Korrosion ist dabei nicht das einzige Problem: Löschpulver verstärkt die Leitfähigkeit von elektronischen Bauteilen und kann so Kurzschlüsse verursachen.

In einem anderen Fall wurde das Feuer in einer Kirche aus dem 15. Jahrhundert glücklicherweise schnell gelöscht. Aber wegen der 15 Kilogramm Löschpulver, die dabei verwendet wurden, war eine aufwendige Restaurierung des Gotteshauses mit dessen zahlreichen wertvollen Gemälden und Skulpturen nötig.

„Um die Folgeschäden eines Feuers in Grenzen zu halten, empfehlen wir Schaumlöscher“, sagt Björn Radünz von der Berliner Feuerwehr. Diese kosten etwas mehr, doch die Investition zahlt sich im Schadenfall aus. Das gilt für Betriebsräume und die eigenen vier Wände ebenso wie für Fahrzeuge. „Nach dem Einsatz von Löschpulver ist ein Motor im Eimer“, sagt der Brandamtmann, der dieses Schadenbild schon häufig gesehen hat, fügt aber hinzu: „Allerdings sind wir froh, wenn überhaupt Feuerlöscher vorhanden sind.“

Diesen Beitrag weiterempfehlen