Kondenswasserbildung an kalten Wänden

Die Leckagestelle an den Heizungsrohren im Schlafzimmer.
Die Leckagestelle an den Heizungsrohren im Schlafzimmer.

Nach einem Leitungswasserschaden in einer Erdgeschosswohnung klagte der Mieter über gesundheitliche Probleme, die er auf eine mögliche Schimmelpilzbelastung der Wohnräume zurückführte. Das IFS sollte herausfinden, inwieweit tatsächlich eine Belastung vorlag.

Die Leckagestelle befand sich an einem Heizungsrohr, das im Fußboden des Schlafzimmers lag. Die betroffene Leitung verlief entlang der gemeinsamen Außenwand von Wohn- und Schlafzimmer. Als der Gutachter die Wohnung untersuchte, war der Fußboden in diesem Bereich geöffnet. Allerdings waren diese Arbeiten ohne jede Abschottung ausgeführt worden, so dass sich Staub- und Schimmelpartikel ungehindert in den Räumen ausbreiten konnten. Bei der Gesamtpartikelmessung fand der Gutachter in der Raumluft nicht nur eine im Vergleich zur Außenluft deutlich erhöhte Schimmelpilzkonzentration, sondern auch einen hohen Anteil von Mycelbruchstücken.

Zwischen Bett und Regal ist die Wand über der Fußleiste dunkel verfärbt.
Zwischen Bett und Regal ist die Wand über der Fußleiste dunkel verfärbt.

Die Leckage an der Leitung hatte also einen Schimmelpilzschaden und eine Belastung der Raumluft zur Folge gehabt. Letztere wurde durch die unsachgemäße Sanierung verstärkt. Zusätzlich fand der Gutachter im Schlafzimmer weitere Hinweise auf Feuchtigkeit, die mit der Leckage der Rohrleitung nicht in Verbindung standen. Der kleine Raum war für seine Fläche üppig möbliert – Bett, Schrank und ein offenes Regal standen direkt an den Außenwänden. An einem kleinen, freien Wandabschnitt zwischen Bett und Regal gab es dunkle Verfärbungen über der Fußleiste. Hinter den Ordnern in dem offenen Regel waren Schimmelstrukturen zu sehen.
Wegen Kondenswasserbildung befinden sich Schimmelstrukturen an der Außenwand hinter Ordnern im offenen Regal.
Wegen Kondenswasserbildung befinden sich Schimmelstrukturen an der Außenwand hinter Ordnern im offenen Regal.

Messungen an diesen Wandbereichen zeigten aktuell keine erhöhten Feuchtigkeitswerte. Die Wandflächen waren aber durch die Möblierung zum Teil vollständig von der Luftzirkulation im Raum abgetrennt. Bei niedrigen Außentemperaturen konnten sie sich darum nicht ausreichend erwärmen – auch wenn der Raum beheizt wurde –, und es bildete sich Kondenswasser. Dass der Fußboden im Schlafzimmer keine Dämmschicht hatte, sorgte für eine weitere Abkühlung im Sockelbereich und verstärkte damit den Effekt.

Insbesondere an Außenwänden sollte man auf einen ausreichenden Abstand zwischen Möbeln und Wandflächen achten, damit die Luftzirkulation nicht behindert wird.

Diesen Beitrag weiterempfehlen