Keine zwei Wochen schadenfrei

Das Kombi-Eckventil bei der Laboruntersuchung; die gebrochene Stopfbuchse befindet sich im Griff.
Das Kombi-Eckventil bei der Laboruntersuchung; die gebrochene Stopfbuchse befindet sich im Griff.

In der frisch erworbenen Eigentumswohnung standen noch ein paar Arbeiten an. Unter anderem kaufte der Eigentümer in einem Baumarkt ein Kombi-Eckventil für die Trinkwasserinstallation und ließ es von einem Fachmann installieren. Keine zwei Wochen später kam es an dem Bauteil zur Leckage.

Zur Ermittlung der Schadenursache wurde das Eckventil ins IFS geschickt. Eckventile gehören zu den Installationskomponenten, an denen es relativ häufig zu Schäden kommt. Als Ursache kommen dann ein Installations- oder ein Bedienfehler oder aber ein Produktmangel in Frage.

Sicht auf die Bruchfläche des abgebrochenen Ventilteilstückes
Sicht auf die Bruchfläche des abgebrochenen Ventilteilstückes

In diesem Fall handelte es sich um einen Produktmangel. Im Haubengriff des Eckventils war die Stopfbuchse aus Messing rundum abgebrochen. Eine Untersuchung der Bruchfläche mit dem Rasterelektronenmikroskop ergab, dass Spannungsrisskorrosion zum Abbruch geführt hatte.

Die Ursache für die Spannungsrisskorrosion verbarg sich ihrerseits in den Abmessungen des Bauteils. Im Bruchbereich betrug die Wandstärke lediglich 0,74 bis 0,76 mm. Für ein Messingbauteil mit einem Durchmesser von 14 mm – wie die betroffene Stopfbuchse – war diese Wandstärke viel zu gering.

Elektronenmikroskopische Aufnahme der Bruchfläche
Elektronenmikroskopische Aufnahme der Bruchfläche

Wenn das Ventil geschlossen ist, ist das Gewinde der Stopfbuchse durch den anstehenden Wasserdruck und die Krafteinwirkung durch das Schließen relativ großen Belastungen ausgesetzt. Zugspannungen entstehen. Ist die Wandstärke zu gering, so werden die Zugspannungen so groß, dass es zu Spannungsrisskorrosion im Messing kommen kann.

Das Eckventil aus diesem Schadenfall trug weder eine Herstellerkennzeichnung noch ein Prüfsiegel. Günstige Produkte aus dem Baumarkt scheinen zunächst einmal den Geldbeutel zu schonen. Die Nerven schonen sie auf jeden Fall nicht, wenn es zum Schaden kommt. Das IFS rät darum, bei Komponenten der Trinkwasserinstallation auf geprüfte Qualität zu setzen.

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