Holzzerstörende Pilze unter dem Badezimmer

Die Decke über dem Hauswirtschaftraum wurde geöffnet.
Die Decke über dem Hauswirtschaftraum wurde geöffnet.

Der Feuchteschaden in einem Einfamilienhaus blieb lange Zeit unbemerkt. Durch eine Undichtigkeit am Badewannenauslass im Obergeschoss gelangte Wasser in die Holzbalkendecke zwischen dem Badezimmer und dem darunter liegenden Hauswirtschaftsraum. Als die Decke schließlich geöffnet wurde, kam ein ausgeprägter Pilzbefall zum Vorschein. Wahrscheinlich war der Badewannenauslass bereits seit dem vier Jahre zurückliegenden Bau des Hauses undicht gewesen.
Die Oberseite der Grob-Spanplatte ist mit Pilzmycel bewachsen.
Die Oberseite der Grob-Spanplatte ist mit Pilzmycel bewachsen.

Ein IFS-Gutachter sollte Umfang und Art des Schadens ermitteln und auf dieser Basis den nötigen Sanierungsaufwand benennen. Bei seiner Untersuchung vor Ort war die Mineralwolledämmung aus der Decke bereits entfernt worden. Ein Abschnitt einer Grob-Spanplatte, die sich in der Decke unter der Badewanne befunden hatte, war herausgeschnitten worden. Ihre Oberseite war dicht mit weißem Pilzmycel bewachsen, und die Holzspäne ließen sich mühelos aus dem Verbund lösen. Der Fußboden im Bad war zwar noch geschlossen, dem Schadenbild nach zu urteilen war jedoch im ganzen Badezimmer von einer ähnlichen Belastung der Spanplatten unter dem gefliesten Boden auszugehen.
Fruchtkörper höherer Pilze an den Spanplatten
Fruchtkörper höherer Pilze an den Spanplatten

Im Hauswirtschaftsraum im Erdgeschoss konnte man an den Spanplatten der Decke wegen der Feuchtigkeit dunkle Verfärbungen sehen. Auch hier gab es sichtbaren Schimmelpilzbefall und zudem Fruchtkörper höherer Pilze. Wie sich bei der Laboruntersuchung zeigte, handelte es sich dabei um Blättlinge – eine holzzerstörende Art, die zum Wachstum sehr feuchtes Holz benötigt.

Im Gegensatz zu den Spanplatten, die unter Berücksichtigung von Personen- und Umgebungsschutzmaßnahmen ausgebaut und entsorgt werden mussten, waren die massiven Deckenbalken lediglich an der Oberfläche betroffen. Zur Sanierung genügte es, ihre befallenen oder verfärbten Bereiche wegzuhobeln und die Balken mit einem Holzschutzmittel zu behandeln. Der Gutachter empfahl, den Sanierungserfolg vor dem Wiederaufbau der Decke noch einmal prüfen zu lassen.

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