Holzwurm und Moderfäule

Im Treppenhaus ist im Erdgeschoss eine großflächige Durchfeuchtung an der Decke zu sehen.
Im Treppenhaus ist im Erdgeschoss eine großflächige Durchfeuchtung an der Decke zu sehen.

Ein großer Feuchtefleck an der Decke im Treppenhaus war den Bewohnern eines Mehrfamilienhauses schon seit geraumer Zeit aufgefallen. Doch erst als der Mieter aus dem ersten Stock auszog, wurde im Badezimmer der Wohnung die Ursache gefunden – und mit ihr diverse bis dahin unbekannte „Untermieter“.

Zunächst stieß man auf eine Undichtigkeit an der Dusche, durch die der Fußboden durchfeuchtet worden war. Einige Wandbereiche im Bad waren daraufhin mit Schimmelpilzen bewachsen. Im Laufe der Untersuchung stellte sich heraus, dass es auch am Abwasserrohr eine Leckage gab. Der beauftragte IFS-Gutachter hatte Proben der Holzbauteile genommen. Im Labor wurden darin unter anderem coliforme Bakterien und Fäkalstreptokokken nachgewiesen.

Im Badezimmer wurden WC und Dusche ausgebaut.
Im Badezimmer wurden WC und Dusche ausgebaut.

Die Untersuchung der Holzbalken und Bodendielen unter dem Bad, dem Wohnzimmer und der Küche förderte aber noch mehr zutage: „Brauner Kellerschwamm“ und „Möderfäule“ klingen nicht nur nach schlechten Nachrichten. Bei beiden handelt es sich um holzzerstörende Pilze, die dem Material jede Festigkeit rauben können. Im Eingangsbereich zur Küche, in dem der Fußboden bei der Untersuchung durch das IFS bereits geöffnet war, konnte der Gutachter ein Stecheisen mühelos mehrere Zentimeter tief in einen Balken stecken.
Der Holzbalken hat seine Festigkeit verloren.
Der Holzbalken hat seine Festigkeit verloren.

Neben den holzzerstörenden Pilzen hatten auch holzzerstörende Insekten in der Wohnung gute Lebensbedingungen vorgefunden. Der „Gemeine Nagekäfer“, auch als „Holzwurm“ bekannt, mag mäßige Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. Seine Larven können erheblichen Schaden an Holzbauteilen anrichten. Der „Trotzkopf“ oder „Dendrobium pertinax“ mag vor allem Holz, das bereits durch einen holzerstörenden Pilz befallen ist.

Das Ausmaß des Schadens und nicht zuletzt der Fund des Trotzkopfes zeigten, dass die Durchfeuchtung schon lange bestanden hatte. Ein Fleck an der Decke – wie hier im Treppenhaus – ist ein deutlicher Warnhinweis, den man nicht ignorieren sollte.

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