Hohlräume im Werkstoff

Bei der Druckprüfung im Labor zeigt sich eine Undichtigkeit.
Bei der Druckprüfung im Labor zeigt sich eine Undichtigkeit.

Das IFS wurde beauftragt, einen undichten Rotgusswinkel zu untersuchen, durch den ein Leitungswasserschaden entstanden war. Eine Gutachterin sollte feststellen, ob ein Produktmangel oder ein Montagefehler zur Leckage geführt hatte.

Zunächst führte sie eine Dichtheitsprüfung durch. An einer Stelle des Schriftzuges trat Wasser aus. Bei genauer Betrachtung war mit bloßem Auge ein feiner Riss entlang eines geprägten Buchstabens zu erkennen.

Die Schadenstelle (Pfeil unten) und weitere feine Risse am Innengewinde
Die Schadenstelle (Pfeil unten) und weitere feine Risse am Innengewinde

Die Gutachterin trennte den Winkel der Länge nach auf, um das Innengewinde zu untersuchen. Außer der Stelle, an der es zum Wanddurchbruch gekommen war, gab es am Gewinde noch weitere feine Anrisse. Für die rasterelektronenmikroskopische Untersuchung reinigte sie eine Bruchfläche des Winkels mit zehnprozentiger Zitronensäure im Ultraschallbad.

Im Bereich des Lochs war das Material massiv durch Korrosion geschädigt, wie die starke Vergrößerung zeigte. Die Struktur wies außerdem auf Lunker hin, fehlerhafte Hohlräume, die beim Erstarren des gegossenen Materials entstehen können.

REM-Aufnahme der Bruchstelle
REM-Aufnahme der Bruchstelle

Lunker im Rotguss sind ein Werkstoffmangel, der die mechanische Belastbarkeit des Materials beeinträchtigt. Die bei der Verschraubung des Winkels auftretenden Kräfte und die unvermeidbare Korrosion der wasserberührten Oberflächen konnten darum zur Rissbildung führen. Im Bereich der Prägung war die Wandstärke zudem etwas geringer, was die Rissbildung obendrein begünstigte.

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