Hohlräume im Messing

Bei der Dichtprüfung mit Druckluft unter Wasser zeigt sich die Leckagestelle.
Bei der Dichtprüfung mit Druckluft unter Wasser zeigt sich die Leckagestelle.

Das Wohnhaus im hier beschriebenen Fall war erst gute zwei Jahre alt, als es zu einem Leitungswasserschaden kam. Die Suche nach der Leckagestelle führte ins Dachgeschoss und dort zu einem T-Stück der Kaltwasserleitung aus Kunststoff.

Um die Ursache für den Wasseraustritt ermitteln zu können, erhielt das IFS den betroffenen Leitungsabschnitt. Es handelte sich um ein T-Stück aus Messing, an dessen drei Abgängen jeweils über eine Presshülse ein Mehrschichtverbundrohr angeschlossen war.

Zunächst suchte die beauftragte Gutachterin nach der Leckagestelle. Bei der Dichtprüfung mit Pressluft unter Wasser zeigte sich ein Wanddurchbruch in dem Messing-Fitting.

Die Innenwand des aufgetrennten Fittings: Der Pfeil markiert die Leckagestelle.
Die Innenwand des aufgetrennten Fittings: Der Pfeil markiert die Leckagestelle.

Sie trennte das Fitting auf. Die Innenwand war – wie es üblich und gewollt ist – mit einer grünen Deckschicht belegt. Darin waren allerdings ein paar korrodierte Stellen zu sehen. Bei einer davon handelte es sich um das Loch in der Messingwand.

In diesem Bereich trennte die Gutachterin die Rohrwand erneut auf und untersuchte die Bruchstelle unter dem Rasterelektronenmikroskop (REM). Dabei war ein Hohlraum im Material zu sehen.

Die REM-Aufnahme zeigt einen Hohlraum in der Messingwand.
Die REM-Aufnahme zeigt einen Hohlraum in der Messingwand.

Solche Hohlräume gab es nicht nur direkt am Wanddurchbruch, sondern auch in anderen Bereichen. Die Fittingwand war an diesen Stellen deutlich geschwächt. Es kam zu Korrosion, und schließlich zu einem lochartigen Durchbruch im Fitting.

Hohlräume im Material sind ein Produktmangel; somit lag die Verantwortlichkeit beim Hersteller des Fittings. Das T-Stück war den betriebsbedingten Belastungen nicht gewachsen.

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