Hohe Sachschäden durch Brände in Filteranlagen

Blick in eine ausgebrannte Filterkammer
Blick in eine ausgebrannte Filterkammer

Vor allem der Eintrag von heißen Partikeln führt oft zum Brandausbruch

Brände in Filteranlagen von Industrie- und Handwerksbetrieben sind nicht nur ein Problem, weil sie relativ häufig auftreten. Im Brandfall entstehen oft hohe Sachschäden, weil das Feuer in der Regel nicht gelöscht werden kann, bevor die ganze Anlage ausgebrannt ist.

Ein Beispiel: Die Filter- und Absauganlage in einem Metall verarbeitenden Betrieb war erst drei Monate alt, als es darin zum Brandausbruch kam. Man tauschte die ursprünglichen Filter gegen schwer entflammbare mit Teflon-Beschichtung aus, doch wenige Monate später gab es einen zweiten Brand.

Die Anlage wurde eingesetzt, um Stäube, die bei der Edelstahlverarbeitung anfallen, von mehreren Schleifplätzen abzusaugen. Dabei konnten glimmende Partikel in die Absaugung geraten und die Filter in Brand setzen. Auch die beschichteten Filter ließen sich auf diese Weise entzünden, wie Brandversuche im IFS zeigten.

Um weitere Schäden zu verhindern, riet der IFS-Gutachter in diesem Fall, die Filter mit Teflon-Beschichtung gegen solche aus nicht brennbarem Material auszutauschen – denn auch schwer entflammbare Materialien sind brennbar.

In einer Schreinerei ereignete sich etwas Ähnliches: Hier geriet eine mobile Absauganlage für Holzspäne in Brand. Bei der Untersuchung fielen dem IFS-Gutachter feine Metallspäne am Blatt der Kreissäge auf, mit der unmittelbar vor der Brandentstehung gearbeitet wurde. Ob ein Mitarbeiter vorschriftswidrig Metall gesägt hatte, konnte nicht festgestellt werden. Möglicherweise war auch eine Spanplatte mit Metall verunreinigt gewesen. In jedem Fall waren auch hier heiße Metallspäne in die Absaugung geraten und hatten das Filtermaterial entzündet.

Am Blatt der Holzsäge befinden sich Metallspäne.
Am Blatt der Holzsäge befinden sich Metallspäne.

Eine Brandausbreitung verhindern

Um Brände in Filteranlagen zu verhindern oder einzugrenzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Da ist zunächst das Vermeiden von Zündquellen. Bei einer Anlage in der Metallverarbeitung, wie der eingangs beschriebenen, ist das allerdings betriebsbedingt nur schwer umsetzbar.

Ein weiterer Ansatzpunkt beim Brandschutz in Filteranlagen ist das Detektieren und Löschen von Funken, bevor sie die Filter überhaupt erreichen. Eine solche Funkenlöschanlage besteht aus Funkenmeldern und Löschdüsen, die in den Absaugrohren installiert sind – bei großen Anlagen am besten in der Sammelleitung. Eine zusätzliche Maßnahme ist das Verringern der Brandlast, also eine regelmäßige Reinigung. Vor stark gekrümmten Rohrverläufen sind zudem Revisionsklappen sinnvoll, um Materialansammlungen entfernen zu können.

Eine Brandausbreitung innerhalb der Anlage kann durch Rückschlagklappen in den Rohrleitungen verhindert werden. Solche Feuerschutzabschlüsse sind insbesondere sinnvoll, wenn die Absaugleitungen durch mehrere Brandabschnitte verlaufen.

Um im Brandfall eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern, sollten Filteranlagen möglichst außerhalb der Betriebsgebäude oder zumindest in eigens für sie vorgesehenen, separaten Räumen aufgestellt werden. Die wichtigsten Anforderungen an den Brand- und Explosionsschutz in Filteranlagen für Holzstaub und -späne fasst die Berufsgenossenschaftliche Information, BGI 739-2 DGUV-Information 209-045 zusammen.

Mit Brandrisiken in Holz verarbeitenden Betrieben setzt sich außerdem IFS-Gutachter Lorenz Wiegleb im Beitrag „Brände im verarbeitenden Gewerbe“ auseinander, der in der Ausgabe 4/2015 des Magazins „schadenprisma“ erschienen ist.

Diesen Beitrag weiterempfehlen