Glühzeiten von Asche nicht unterschätzen

Vor dem zerstörten Gartenhäuschen ist die Stelle markiert, an der der Aschebehälter stand.
Vor dem zerstörten Gartenhäuschen ist die Stelle markiert, an der der Aschebehälter stand.

Das gemütliche Feuer eines Ofens ist genau das Richtige an einem kühlen Herbstabend. So dachte auch der Eigentümer eines Einfamilienhauses. Nachdem er am Samstagabend den Ofen befeuert hatten, brachte er am nächsten Morgen die Asche in einem Kunststoffbehälter nach draußen und stellte diesen vor dem Gartenhäuschen ab, das sich direkt neben dem Wohnhaus befand. Am späten Nachmittag sah er an gleicher Stelle Flammen.

Das Gartenhäuschen konnte die Feuerwehr nicht mehr retten, und auch auf das Wohnhaus hatten die Flammen übergegriffen. Die intensivsten Schäden fand der IFS-Gutachter, der die Brandstelle später untersuchte, vor dem Gartenhaus, wo der Aschebehälter gestanden hatte.

Im Brandschwerpunkt ist der Holzfußboden des Gartenhauses nahezu unverbrannt (Pfeil 1), während ein außen am Boden verbauter Holzbalken insbesondere von unten her tief brandgezehrt ist (Pfeil 2).
Im Brandschwerpunkt ist der Holzfußboden des Gartenhauses nahezu unverbrannt (Pfeil 1), während ein außen am Boden verbauter Holzbalken insbesondere von unten her tief brandgezehrt ist (Pfeil 2).

Während der Holzfußboden des Häuschens in diesem Bereich noch vollständig erhalten war, gab es an einem massiven Balken an der Außenseite Brandzehrungen, die an der Unterseite stärker ausgeprägt waren als oben. Das Feuer war also auf jeden Fall vor dem Haus entstanden und nicht darin.

Insgesamt ließ das Spurenbild keinen Zweifel an einem Brandausbruch durch heiße Asche. Sie sei am Morgen vollkommen abgekühlt gewesen, war der Hauseigentümer überzeugt. Etwas davon sei ihm auf die Hand gefallen, und er habe keine Wärme gespürt.

Diese Wahrnehmung ist durchaus nachvollziehbar, denn die Temperatur in den Brandrückständen kann sehr ungleichmäßig sein. Doch bei der Entsorgung von Asche – sei es aus dem Grill oder dem Kaminofen – ist für mindestens zwei Tage Vorsicht geboten. Versuche im IFS haben Glühzeiten von bis zu 28 Stunden ergeben.

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Wie lange besteht Brandgefahr?

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