Feuer in der Frühstückspause

Im Eingangsbereich der Dachterrasse gibt es eine tiefe Einbrennung im Boden.
Im Eingangsbereich der Dachterrasse gibt es eine tiefe Einbrennung im Boden.

Die Handwerker waren gerade zur Frühstückspause gegangen, als ein Passant Rauch auf dem Dach eines Neubaus entdeckte. An dem Morgen verschweißten die Männer mit einem Propangas-Brenner Bitumenbahnen auf der Dachterrasse des Gebäudes. Vor der Pause hatten sie im Eingangsbereich der Terrasse gearbeitet. Bei der späteren Untersuchung der Schadenstelle war dort deutlich der Brandschwerpunkt zu erkennen. Auf der linken Seite des Eingangs gab es eine tiefe Einbrennung im Boden, wo Holz und Leichtmetallbauteile zerstört wurden.
Der Eingang von innen betrachtet
Der Eingang von innen betrachtet

Da es im Gebäude noch keine Stromversorgung gab und das einzige elektrotechnische Gerät im Brandbereich – ein Kompressor – zum Schadenzeitpunkt nicht unter Spannung stand, konnten die IFS-Gutachter einen elektrotechnischen Defekt als Brandursache ausschließen. Dem Spurenbild nach war das Feuer durch die Schweißarbeiten entstanden. Auch die zeitliche Nähe des Brandausbruchs zu den Arbeiten sprach dafür.

Beim Aufschweißen von Bitumenbahnen kommt es immer wieder zu Bränden, weil es häufig schwierig ist, eine Überhitzung oder Entzündung von brennbaren Materialien in der Arbeitsumgebung auszuschließen. Wegen des hohen Risikos gibt es eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen, die beim Schweißen berücksichtigt werden müssen. Dazu gehört das Entfernen oder Abdecken von brennbaren Materialien und das Bereitstellen von geeigneten Löschmitteln. Einen Feuerlöscher fand der Gutachter auf dem Dach.

Links des Eingangs liegt die noch nicht verschweißte Bahn für den Wandanschluss.
Links des Eingangs liegt die noch nicht verschweißte Bahn für den Wandanschluss.

Allerdings war er unbenutzt, da der Brand nicht früh genug entdeckt wurde, um ihn mit einem Handfeuerlöscher unter Kontrolle zu bringen. Denn außer dass sie die Holzmaterialien nicht abgedeckt hatten, vernachlässigten die Handwerker am Schadentag noch eine weitere Sicherheitsmaßnahme: Während des Schweißens muss eine Brandwache die Arbeiten beobachten. Danach muss der Arbeitsbereich über mehrere Stunden regelmäßig kontrolliert werden. Denn häufig entsteht zunächst unbemerkt ein Glimmband, der sich erst später zu einem Flammenbrand entwickelt und entdeckt wird.

Die Sicherheitsanforderungen sind unter anderem in den Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (BGV D34), den Berufsgenossenschaftlichen Regeln (BGR 203) und der Betriebssicherheitsverordnung beschrieben.

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