Erhebliche Rückbaumaßnahmen erforderlich

Massiver Schimmelpilzbefall an der Wand vom Schlafzimmer zur Diele.
Massiver Schimmelpilzbefall an der Wand vom Schlafzimmer zur Diele.

Durch verdeckte Leckagen entstehen häufig umfangreiche Feuchteschäden. In diesem Fall war eine Pressverbindung an einem Wasseranschluss undicht. Weil sie innerhalb einer verkleideten Wand installiert war, konnte Wasser in den Fußbodenaufbau eindringen, ohne dass es bemerkt wurde. Erst als sich in der betroffenen Erdgeschosswohnung sichtbare Schäden entwickelten, begann die Sanierung. Das IFS sollte den Umfang des entstandenen Schimmelpilzschadens ermitteln und insbesondere die Belastung des Fußbodenaufbaus prüfen.
Die geöffnete Leichtbauwand in der Diele
Die geöffnete Leichtbauwand in der Diele

Außer dem Fußboden waren auch die Gipskartonwände der Wohnung betroffen, die mit der Feuchtigkeit im Fußboden in Kontakt standen. Teilweise gab es an den Wänden bis zur Höhe von 120 cm sichtbaren Schimmelpilzbefall. Auch an den freiliegenden Innenseiten der geöffneten Leichtbauwände waren massive Schimmelpilzbildungen zu sehen. Zudem gab es Korrosionsspuren am verzinkten Metallständerwerk.

Im Badezimmer war die Duschwanne ausgebaut worden, so dass der Gutachter den Estrich und die Dämmschicht beproben konnte. Auch an anderen Stellen der Wohnung nahm er Proben des Fußbodenaufbaus sowie Klebefilmproben von den Wänden und Tapeten.

An der Treppe zum Keller wurde ein Holzbalken freigelegt.
An der Treppe zum Keller wurde ein Holzbalken freigelegt.

An der Treppe zum Keller war beim Ortstermin ein Balken freigelegt worden. Das Holz war massiv befallen, und auch hier sollte eine Laboranalyse klären, ob neben Schimmelpilzen ein Befall durch holzzerstörende Pilze vorlag.

Dem Schadenbild und den Laborergebnissen nach waren in der Wohnung umfangreiche Rückbaumaßnahmen erforderlich. Der Estrich war deutlich belastet. Darum musste der Fußbodenaufbau bis zur Sohle entfernt werden. In den Proben aus den Gipskartonwänden wurden besonders gesundheitsgefährdende Schimmelpilze nachgewiesen. Darüber hinaus war der Balken an der Kellertreppe von einem holzzerstörenden Pilz befallen.

Nach dem Schimmelpilz-Sanierungsleitfaden des Umweltbundesamtes lag ein Schaden der Kategorie 3 vor, also ein Schaden mit großer Biomasse, bei dem auch tiefere Schichten betroffen sind.

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