Ein Rauschen aus dem Keller

Von außen sind keine Schäden am Warmwasserspeicher zu erkennen.
Von außen sind keine Schäden am Warmwasserspeicher zu erkennen.

Ein ungewöhnliches Rauschen führte die Bewohner eines Reihenhauses eines Morgens in den Keller. Zu diesem Zeitpunkt stand dieser bereits 20 cm unter Wasser, das weiterhin aus dem erst wenige Monate zuvor installierten Warmwasserspeicher lief.

Eine IFS-Gutachterin untersuchte das Gerät im Labor. Von außen waren keine Schäden zu erkennen. Doch schon nach dem Entfernen des Blechmantels zeigte sich der Grund für die Leckage umso deutlicher:

Nach dem Entfernen des Blechmantels sieht man, dass die Hartschaumisolierung aufgeplatzt ist.
Nach dem Entfernen des Blechmantels sieht man, dass die Hartschaumisolierung aufgeplatzt ist.

Die Hartschaumisolierung war über die volle Höhe des Speichers aufgerissen, und direkt darunter kam ein 30 cm langer Riss im Druckbehälter aus Stahl zum Vorschein. Dass dieser Riss durch eine zu hohe Druckbelastung entstanden war, konnte die Gutachterin ausschließen. Sie hatte sich die Installation im Keller des Hauses selbst angesehen, und auch das Schadenbild am Speicher sprach für eine andere Schadenursache.
Der Druckbehälter ist parallel zur Wulst der Schweißnaht aufgerissen.
Der Druckbehälter ist parallel zur Wulst der Schweißnaht aufgerissen.

Bei der Herstellung des Stahlbehälters werden die Kanten des zurechtgebogenen Blechs zusammengeschweißt. Dabei wird das Material entlang der zu verbindenden Stoßkanten aufgeschmolzen. Diese schmelzflüssige Zone muss dem Verlauf der Stoßkanten folgen. So entsteht die Schweißnaht.

Bei der Herstellung dieses Druckbehälters war allerdings etwas schief gegangen: Die Schweißnaht lag nicht mittig über dem Spalt zwischen den Stoßkanten, sondern etwas versetzt dazu. Darum kam es nur am Rand der Schweißnahtüberhöhung zu einer Verbindung, und die unvollständig erstellte Schweißnaht riss im Laufe der Zeit wieder auf.

Dieser Produktfehler war für einen Installateur nicht erkennbar und lag allein in der Verantwortung des Herstellers.

Diesen Beitrag weiterempfehlen