Druckverluste in der Heizungsanlage

An dem betroffenen Rohrleitungsabschnitt befinden sich braune Ablagerungen auf der Presshülse, dem Messingübergang und dem angrenzenden Kupferrohr.
An dem betroffenen Rohrleitungsabschnitt befinden sich braune Ablagerungen auf der Presshülse, dem Messingübergang und dem angrenzenden Kupferrohr.

Als es in einem Ferienhaus Druckverluste in der Heizungsanlage gab, führte man dies zunächst auf Bauarbeiten in anderen Teilen des Gebäudes zurück. Doch die Druckverluste wiederholten sich und wurden stärker. Zwei Monate später fiel der Druck in der Anlage schließlich auf null.

Abschnitt für Abschnitt wurde sie wieder in Betrieb genommen. Dabei entdeckte man eine Leckage am Anschlussbogen eines Heizkörpers. Der betroffene Leitungsabschnitt wurde ins IFS geschickt, wo eine Gutachterin im Labor die Schadenursache ermitteln sollte.

Bei der Dichtigkeitsprüfung im Labor tropft Wasser aus der Lötverbindung zwischen dem Kupferohr und dem Messingübergang.
Bei der Dichtigkeitsprüfung im Labor tropft Wasser aus der Lötverbindung zwischen dem Kupferohr und dem Messingübergang.

Zunächst führte sie eine Dichtigkeitsprüfung durch und stieß auf eine Undichtigkeit an der Lötverbindung zwischen dem Kupferrohr und einem Übergangsstück aus Messing. Nachdem die Gutachterin die Lötverbindung getrennt hatte, wurde die Schadenursache beim Blick auf das nun freiligende Ende des Kupferohres sichtbar:

Der Lötspalt zwischen Kupferrohr und Messingübergang war nicht vollständig mit Lot gefüllt gewesen. Braune Ablagerungen markieren einen Bereich, durch den Wasser gedrungen war. Nur am oberen Ende des Rohres war hier ein hauchdünner, mit Lot bedeckter Streifen zu erkennen – der auf Bild 3 markiert ist.

Die Lötverbindung wurde getrennt. Auf dem Kupferrohr sieht man einen Bereich mit braunen Ablagerungen, in dem Wasser ausgetreten ist, und darüber einen schmalen mit Lot bedeckten Rand (Pfeile).
Die Lötverbindung wurde getrennt. Auf dem Kupferrohr sieht man einen Bereich mit braunen Ablagerungen, in dem Wasser ausgetreten ist, und darüber einen schmalen mit Lot bedeckten Rand (Pfeile).

Dieser schmale Lotstreifen hatte die Verbindung zunächst dicht gehalten. Selbst der Druckprobe vor der Inbetriebnahme der Heizungsanlage hielt er stand. Doch eine dauerhaft dichte Verbindung war nicht entstanden, und schon zwei Monate nach der Installation trat durch die betriebsbedingten Belastungen eine Undichtigkeit auf. Es kam zu den ersten Druckverlusten. Zwei weitere Monate später fiel der Druck vollständig ab und die Leckage wurde entdeckt.

Bei der Lötverbindung an dem Anschlussbogen handelt es sich um eine im Werk des Herstellers gefertigte Verbindung. Schadenursache ist damit ein Produktfehler, und dieser Fehler war für den ausführenden Handwerker bei der Installation nicht erkennbar.

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