Der kritische Zeitpunkt in der Geflügelzucht

Blick in den brandbetroffenen Stall: Drei der vier dort aufgehängten Aufzuchtstrahler sind auf dem Bild zu sehen.
Blick in den brandbetroffenen Stall: Drei der vier dort aufgehängten Aufzuchtstrahler sind auf dem Bild zu sehen.

Küken brauchen Wärme. Darum müssen Ställe in der Geflügelzucht großzügig beheizt werden. Häufig werden dafür Gasheizstrahler eingesetzt. Allerdings kommt es dadurch immer wieder zu Bränden. Es gibt einen kritischen Zeitpunkt, zu dem das Brandrisiko besonders hoch ist. Auch im hier geschilderten Fall brach ein Feuer aus, während der Stall für eine neue Kükengeneration vorbereitet wurde.

Der Geflügelhalter konnte die Flammen selbst löschen, und entsprechend klein blieb der Sachschaden. Doch der Brandausbruch ist auf eine Ursache zurückzuführen, die das IFS schon in vielen Betrieben gesehen hat – und nicht immer blieben die Auswirkungen gering.

Hier wird im Brandbereich gemessen, in welcher Höhe der Strahler über dem Betonboden hängt.
Hier wird im Brandbereich gemessen, in welcher Höhe der Strahler über dem Betonboden hängt.

Gebrannt hatte die Einstreu aus Stroh. Die einzige Zündquelle im Brandbereich war der dort an einer Metallkette hängende Gasheizstrahler. Wie die übrigen drei Strahler im Stall hing er in einer Höhe von 0,8 Metern. Auch im benachbarten Stall, der zum Untersuchungszeitpunkt mit Küken belegt war, hingen Gasstrahler in ähnlicher Höhe.

Er betreibe schon seit 30 Jahren Tieraufzuchtstrahler auf diese Weise, sagte der Geflügelhalter dem IFS-Gutachter. Was allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass unter anderem in der VdS 2488 ein Mindestabstand von einem Meter zwischen Wärmestrahlgeräten und Einstreu gefordert wird. Auch der Hersteller der Geräte gibt auf seiner Internetseite diesen Mindestabstand zu brennbaren Materialien an.

Im benachbarten Stall befinden sich Tiere, und die Strahler – einer ist auf dem Bild markiert – hängen in ähnlicher Höhe wie im Schadenobjekt.
Im benachbarten Stall befinden sich Tiere, und die Strahler – einer ist auf dem Bild markiert – hängen in ähnlicher Höhe wie im Schadenobjekt.

Zweifellos wurde das Stroh durch die Betriebswärme des zu tief hängenden Gasstrahlers im Brandbereich entzündet. Zu solchen Brandausbrüchen kommt es meist in der Vorbereitungsphase für eine neue Stallbelegung, weil dann die frische, trockene Einstreu besonders leicht entzündlich ist.

Stroh und Gasheizstrahler sind eine gefährliche Mischung. Letztere sind jedoch eine effiziente Möglichkeit, die großen Stallgebäude zu beheizen. Allerdings müssen dabei auf jeden Fall die in den einschlägigen Regelwerken geforderten Mindestabstände beachtet werden.

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