Brandstiftung an einer Sporthalle

Ausgehend von der markierten Tür hat sich das Feuer ins Innere der Halle ausgebreitet.
Ausgehend von der markierten Tür hat sich das Feuer ins Innere der Halle ausgebreitet.

Sporthallen scheinen die unglückselige Eigenschaft zu haben, Brandstifter anzuziehen. In diesem Fall sahen Nachbarn eines Morgens Rauch aus der Lüftungsanlage einer Turnhalle aufsteigen und riefen die Feuerwehr. Das IFS untersuchte später die Brandstelle.

Die direkten Brandschäden im Gebäude konzentrierten sich auf eine Außenwand und gingen von einer Tür aus. Im Zuge der Löscharbeiten hatten die Einsatzkräfte die metallene Türfülllung entfernt. Zum Zeitpunkt der Untersuchung war die Öffnung mit Holzplatten provisorisch verschlossen worden.

In die metallene Türfüllung ist ein Loch geschmolzen.
In die metallene Türfüllung ist ein Loch geschmolzen.

Auf die Türfüllung hatte zweifellos starke Hitze eingewirkt. Das Metall war deformiert, und unten war sogar ein Loch hineingeschmolzen. Draußen vor der Türöffnung fand der Gutachter auf dem Boden etwas Kunststoffschmelze und zahlreiche Drahtklammern, wie sie für Kartonagen verwendet werden.

Im Türeingang hatte es ursprünglich keine nennenswerte Brandlast gegeben. Doch jemand hatte Kartons, die an einem Nachbargebäude gelagert worden waren, vor die Hallentür getragen und dort entzündet.

Auf dem Boden vor der Tür findet der Gutachter Kunststoffschmelze (grüner Pfeil) und Drahtklammern (rote Pfeile), wie sie für Kartonagen verwendet werden.
Auf dem Boden vor der Tür findet der Gutachter Kunststoffschmelze (grüner Pfeil) und Drahtklammern (rote Pfeile), wie sie für Kartonagen verwendet werden.

Die gelagerte Pappe war durch einen Zaun von der Straße getrennt und von dort aus auch kaum zu sehen gewesen. Eine zu offene Lagerung von brennbarem Material macht es Bandstiftern oft sehr einfach. (Lesen Sie dazu unseren Beitrag „Ursachen für Brände in Lagern“) Doch hier konnte von einer „Einladung“ zur Brandstiftung keine Rede sein.

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