Brandgefährliche Luftentfeuchter

Die Reste des Luftentfeuchters erhält der Gutachter in einer Kunststoffwanne.
Die Reste des Luftentfeuchters erhält der Gutachter in einer Kunststoffwanne.

Leider werden selten alle Kunden erreicht, wenn Hersteller oder Händler Produkte wegen eines Brandrisikos zurückrufen. Technische Defekte, die ein Feuer auslösen können, treten manchmal direkt nach dem ersten Einschalten und manchmal erst nach vielen Betriebsjahren auf. Der Luftentfeuchter aus dem hier beschriebenen Fall war etwa neun Jahre alt, als er in einer Waschküche in Flammen aufging.

Ein Mann hatte das Gerät im Keller seines Hauses eingeschaltet und eine Weile später mit seiner Familie das Gebäude verlassen. Bei seiner Rückkehr fiel ihm zunächst auf, dass der elektrische Garagentüröffner nicht mehr funktionierte. Überall im Haus hatte sich Brandrauch verteilt, wie er dann feststellte. Bei der Suche nach der Ursache begab er sich in den Keller und bemerkt dort einen von selbst erloschenen Brand am Standort des Luftentfeuchters.

Das Gerät wird im Elektrolabor untersucht.
Das Gerät wird im Elektrolabor untersucht.

In einer Kunststoffwanne erhielt das IFS die Reste des Gerätes für eine Laboruntersuchung. Auf einem Foto von der Schadenstelle konnte der beauftragte Gutachter erkennen, dass der Luftentfeuchter im Mittelpunkt des Brandgeschehens gestanden hatte.

Das Kunststoffgehäuse war größtenteils nicht mehr vorhanden. Nur die Unterseite der Bodenplatte war noch gut erhalten und erinnerte vage an das ursprüngliche Aussehen. Der Hausbesitzer hatte das Gerät des Herstellers „Eurotools“ neun Jahre zuvor in einem Baumarkt gekauft, wie der Gutachter wusste. Es trug die Typbezeichnung „CFZ0.8BDc“.

Hier ist der Lüftermotor zu sehen, an dessen Anschlussadern (Pfeil) es Kurzschlussspuren gibt.
Hier ist der Lüftermotor zu sehen, an dessen Anschlussadern (Pfeil) es Kurzschlussspuren gibt.

Diese Daten befanden sich bereits in der Schadendatenbank des IFS, wo zehn weitere Luftentfeuchter des gleiches Typs eingetragen waren, die Brände verursacht hatten und vom IFS untersucht wurden. Zu dieser Serie hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) 2007 eine Untersagungsverfügung veröffentlicht. Sie kann auf der Internetseite der Anstalt heruntergeladen werden:
http://www.baua.de/de/Publikationen/BAuA-AKTUELL/2007-1/pdf/ba1-07-s09.pdf?__blob=publicationFile

Die „Handels GmbH Sönksen“, die das chinesische Produkt hierzulande vertrieben hatte, rief die Geräte damals außerdem zurück.

Auch der hier untersuchte Luftentfeuchter zeigte das gleiche Schadenbild wie alle anderen: An den Anschlussadern des Lüftermotors gab es stromflussbedingte Schmelzspuren. Die Geräte wurden unter den Markenbezeichnungen „Eurotools“ und „Chigo“ verkauft. Ein Isolationsfehler am Kabelbaum kann Kurzschlüsse verursachen.

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