Brandausbruch in einer Müllverbrennungsanlage

Der etwa 25 Meter hohe Silo
Der etwa 25 Meter hohe Silo

Beim nächtlichen Kontrollgang über das Gelände einer Müllverbrennungsanlage stieg einem Mitarbeiter ein auffälliger Geruch in die Nase. Dann sah er Rauch an einem Silo aufsteigen. Sofort alarmierte der Mann die Feuerwehr.

Die Flammen waren bis zur Dacheindeckung aus Kunststofffolie emporgeschlagen, die den etwa 25 Meter hohen Speicher abdeckte. Ein IFS-Gutachter untersuchte später die Brandstelle. Zum Schadenzeitpunkt war der Silo zu etwa einem Fünftel mit geschreddertem Holz und biogenem Material gefüllt gewesen. Die Entnahme erfolgte über eine Schnecke, die etwa einen halben Meter über dem Siloboden montiert war und sich mit einer Umdrehung pro Stunde bewegte.

An der Außenhülle sieht man, dass es innen gebrannt hat.
An der Außenhülle sieht man, dass es innen gebrannt hat.

Während von außen nur die zum Teil beschädigte Folie auf dem Dach und lokale Spuren von Hitzeeinwirkung an der metallenen Silohülle verrieten, dass es hier zu einem Feuer gekommen war, gab es innen deutliche Brandspuren. Am Boden lagen noch Reste des verbrannten Lagergutes.

Durch die mikrobiologische Zersetzung der Materialien im Silo war es zu einer lokalen Erwärmung gekommen. Da die Wärme nicht entweichen konnte, stieg die Temperatur bis zur Selbstentzündung weiter an.

Im Silo sind die Brandspuren offensichtlicher.
Im Silo sind die Brandspuren offensichtlicher.

Bei der Lagerung von Abfällen ist dies eine bekannte Brandursache. Um weitere Schäden dieser Art zu verhindern, riet der Gutachter dem Betreiber, den Bodenbereich des Silos regelmäßig vollständig freizuräumen. Denn dort – unterhalb der Schnecke – wurde niemals Material entnommen. Diese dauerhafte Ansammlung von biologischen Abfällen begünstigte eine Selbstentzündung.

Um Brände in Silos zu verhindern oder zumindest frühzeitig zu erkennen, sind zudem technische Überwachungseinrichtungen nützlich, die zum Beispiel die Temperatur im Lagergut messen oder eine Rauchentwicklung erkennen.

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