Brandausbruch hinter dem Herd

Der Brandschwerpunkt in der Küche: Hinter dem Elektroherd hat der Beistellherd gestanden.
Der Brandschwerpunkt in der Küche: Hinter dem Elektroherd hat der Beistellherd gestanden.

Manchmal dauert es eine lange Zeit, bis eine feuergefährlichen Situation wirklich zum Brandausbruch führt. In diesem Fall ging für den Besitzer eines kleinen Fachwerkhauses sieben Jahre alles gut. Doch eines Abends gab der Rauchmelder Alarm.

Zwei Stunden zuvor war der Mann nach Hause gekommen und hatte den Festbrennstoffofen im Wohnzimmer sowie den holzbefeuerten Beistellherd in der Küche in Betrieb genommen. Auf der Suche nach der Ursache für den Rauchmelderalarm ging der Mann in die Küche – mittlerweise fiel der Strom aus – und sah dort Flammen an der Wand.

An der Wand hinter dem Beistellherd wurde sogar die Gipsfaserplatte durch das Feuer zum Teil zerstört.
An der Wand hinter dem Beistellherd wurde sogar die Gipsfaserplatte durch das Feuer zum Teil zerstört.

Er lief zum Nachbarn und rief von dort die Feuerwehr. Anschließend traute er sich mit einem Feuerlöscher noch einmal ins Haus. Doch die eigenen Löschversuche scheiterten, und der Hausbesitzer musste auf die Einsatzkräfte warten.

Ein IFS-Gutachter untersuchte später die Brandstelle. Dem Spurenbild nach war das Feuer in der Küchenwand hinter dem Beistellherd entstanden. Über brennbare Wandbauteile und die Holzbalken der Decke hatte es sich Richtung Obergeschoss ausgebreitet und schließlich auch den Dachstuhl des Hauses stark beschädigt.

Zurück in die Küche, wo das Feuer entstanden ist: Das Bild rechts zeigt die Wand hinter dem holzbefeuerten Beistellherd. An der Gipsfaserplatte sieht man links – wo der Beistellherd gestanden hatte – einen Schadenschwerpunkt. Wie auf dem ersten Bild zu sehen ist, hatte sich direkt neben dem Beistellherd noch ein Elektroherd befunden. Der Wandbereich hinter dem Elektroherd ist weniger stark beschädigt.

Die Verfärbungen an der Rückwand des Herdes zeigen, dass es hier eine starke Hitzeeinwirkung gegeben hat.
Die Verfärbungen an der Rückwand des Herdes zeigen, dass es hier eine starke Hitzeeinwirkung gegeben hat.

Als der Mann das Haus sieben Jahre zuvor gekauft hatte, war der Beistellherd bereits vorhanden und an den Schornstein angeschlossen gewesen. Auf der anderen Seite des Schornsteins, im Wohnzimmer, ließ der neue Eigentümer noch einen Festbrennstoffofen installieren und ordnungsgemäß abnehmen. Er legte dem IFS die jüngsten Belege für die jährlichen Kehrarbeiten des Bezirksschornsteinfegers und die Feuerstättenschau vor. Demnach war alles in bester Ordnung. Doch das Schadenbild in der Küche verriet, dass ein Mindestabstand nicht gestimmt hatte.

Zwischen der Küchenwand und der Rückseite des Beistellherdes lagen etwa 10 cm. An dem schon etwas in die Jahre gekommenen Gerät gab es zwar kein Typenschild, aber immerhin ein Hersteller-Logo. Wie der Gutachter recherchierte, mussten aktuelle Beistellherde des Herstellers mindestens 20 bis 40 cm von brennbaren Materialien entfernt aufgestellt werden. Auch für den hier betroffenen Herd waren 10 cm ein viel zu geringer Abstand, und so konnte die Strahlungswärme Holzbauteile der Küchenwand entzünden.

Eine solche Überhitzung kann sich, wie eingangs erwähnt, über einen langen Zeitraum entwickeln, denn die Zündtemperatur von Holz sinkt mit der Zeit ab, wenn es immer wieder erwärmt wird. Bei nicht eingehaltenen Mindestabständen zu Holzbauteilen steigt demnach das Brandrisiko im Laufe der Zeit.

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