Blitzschnell mit hoher Trefferquote

Heftiges Gewitter über Berlin: Die VdS-Meteo-Info verrät, wann und wo es zum Blitzeinschlag gekommen ist.
Heftiges Gewitter über Berlin: Die VdS-Meteo-Info verrät, wann und wo es zum Blitzeinschlag gekommen ist.

Wie die VdS-Meteo-Info Schadenbeurteilungen vereinfacht

Ein Blitz zwischen Wolke und Erde dauert nur wenige Millisekunden. Was da so faszinierend und bedrohlich über den Himmel zuckt, ist ein bis zu 400.000 Ampere starker elektrischer Strom. „Eine halbe bis eine Million Erdblitze gibt es jedes Jahr in Deutschland“, sagt Stephan Thern, der Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens (BLIDS). Der Dienst liefert die Daten für die Meteo-Info des VdS. 16 eigene Mess­antennen im Inland und weitere rund 150 Mess-Stationen im europäischen Ausland ermöglichen es, Ort und Stärke eines Blitzeinschlages zu ermitteln. „Wenn Sie im Radio bei Gewitter ein Knacken hören, dann ist es das Signal, das uns interessiert“, erklärt Thern. Ein Blitz erzeugt ein elektromagnetisches Feld, und dieses wird von mindestens drei Stationen registriert. Schon wenige Sekunden später können die Daten über die Meteo-Info abgerufen werden. „Etwa die Hälfte der Erdblitze können wir auf unter hundert Meter genau lokalisieren, die übrigen auf unter 800 Meter genau“, so der Diplom-Ingenieur.

Für diese Daten interessieren sich zum Beispiel Wetterdienste und Energieversorger. Von besonderem Interesse sind sie auch für Versicherer. Blitz- und Überspannungsschäden werden in deren Statistiken unter Feuerschäden erfasst. In der privaten Sachversicherung liegt ihr Anteil durchschnittlich zwischen 60 und 70 Prozent aller Feuerschäden.

Deutlich weniger vorgetäuschte Blitzschäden

In der Brandursachenstatistik des IFS tauchen relativ wenige Blitzschäden auf. Das liegt unter anderem an den präzisen Informationen des Blitzdienstes, die dem Versicherer bei gemeldeten Schäden eine erste Plausibilitätsprüfung ohne Gutachter ermöglichen. Doch auch das IFS macht von der Meteo-Info regen Gebrauch. Zum einen, um bei Brandursachenermittlungen einen Blitzschlag als Ursache gegebenenfalls ausschließen zu können. Zum anderen, um bei Überspannungsschäden zu prüfen, ob es in der Nähe des Schadenobjektes zum Schadenzeitpunkt einen Erdblitz gab.

„Die Zahl der vorgetäuschten Blitzschäden ist durch die Meteo-Info deutlich zurückgegangen“, sagt IFS-Gutachter Karl Lucks. Er ist bereits seit den 1990er Jahren Mitglied der Arbeitsgruppe Elektrotechnik und Blitzschutz des GDV, die damals die Einrichtung des Dienstes angeregt hat. Auch für das Gremium seien die Daten von großem Nutzen, weil sich daraus zum Beispiel Aussagen über die besondere Gefährdung bestimmter Anlagen oder Gebäude ableiten lassen.

Diesen Beitrag weiterempfehlen