Blitz zerstört landwirtschaftliches Anwesen

In der zerstörten Scheune befanden sich unter anderem ein Traktor und die Werkstatt mit der Elektrounterverteilung.
In der zerstörten Scheune befanden sich unter anderem ein Traktor und die Werkstatt mit der Elektrounterverteilung.

Es war bereits eine Dreiviertelstunde her, dass ein Gewitter vorbeigezogen war, als ein Helfer auf einem landwirtschaftlichen Hof Feuer bemerkte. Diese ersten Flammen sah er im Bereich der Scheune. Sie breiteten sich so schnell aus, dass die Feuerwehr das Gebäude nicht mehr retten konnte. Nach dem Löscheinsatz war von der Scheune kaum noch etwas zu erkennen. Auch der Stall und das Wohnhaus, die rechts und links davon standen, wurden stark beschädigt. Bei der Untersuchung der Schadenstelle durch das IFS waren Teile der noch vorhandenen Gebäudereste stark einsturzgefährdet.
Im Bereich der Mühle hinter der Werkstatt befinden sich an der Wand die Reste zweier Kraftsteckdosen (Pfeil).
Im Bereich der Mühle hinter der Werkstatt befinden sich an der Wand die Reste zweier Kraftsteckdosen (Pfeil).

In der Nachbarschaft des Hofes hatte es durch das Gewitter zahlreiche Überspannungsschäden gegeben. Die Meteo-Info des VdS bestätigte elf Wolke-Erde-Blitze in der Umgebung. Um die Schadenursache „Blitzschlag“ zweifelsfrei nachzuweisen – oder zu widerlegen, begab sich der Gutachter in der zerstörten Scheune auf Spurensuche.

Er konnte einen Brandschwerpunkt im Bereich der Mühle ausmachen, die sich in dem Gebäude befunden hatte. Beim Abtragen der Getreide- und Sojareste, die dort herabgefallen waren, stieß er auf immer stärker verkohlte und veraschte Futtervorräte. Auf Bodenniveau lagen Scherben eines benachbarten Fensters sowie die Reste einer zerstörten Steckdose und eines Kraftsteckers. Diese Schäden mussten demnach in einer relativ frühen Brandphase entstanden sein, bevor die Futtermittel herabstürzten.

Während an der linken Steckdose (1)  noch Reste der eingesteckten Kontaktstifte vorhanden sind, sind an der rechten (2) Kontaktstifte und Kupferleitungen größtenteils abgeschmolzen.
Während an der linken Steckdose (1) noch Reste der eingesteckten Kontaktstifte vorhanden sind, sind an der rechten (2) Kontaktstifte und Kupferleitungen größtenteils abgeschmolzen.

Die Kraftsteckdosen hatten sich im Bereich der Mühle an der Wand befunden. An einer der beiden Steckdosen waren die Metall-Komponenten abgeschmolzen. Dies passiert bei sehr hohen Temperaturen, wie sie etwa bei einem Lichtbogenüberschlag auftreten. Ein Blitzeinschlag hatte eine Überspannung an der Steckdose verursacht, und der so initiierte Brand hatte sich rasch über das gesamte Anwesen ausgebreitet.

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