Berührungssensoren begünstigen versehentliches Einschalten

Ein Blick in die zerstörte Küche
Ein Blick in die zerstörte Küche

Bevor er die Wohnung verließ, um seine Frau abzuholen, bereitete ein Mann das Abendessen vor. Dafür stellte er die Fritteuse an, die in der Küche der Etagenwohnung auf dem Glaskeramikkochfeld stand. Zehn Minuten später waren die Eheleute gemeinsam wieder zurück. Zu diesem Zeitpunkt war der Wohnungsflur bereits stark verraucht, und in der Küche schlugen im Bereich des Kochfeldes Flammen bis zur Raumdecke empor.

Auch im Wohnzimmer und im Bad hatte das Feuer ein Bild der Verwüstung hinterlassen, stellte der beauftragte IFS-Gutachter später bei der Brandursachenermittlung fest. Am stärksten betroffen war jedoch die Küche, und die Spuren ließen keinen Zweifel daran, dass der Brand auf dem Kochfeld entstanden war.

Das Kochfeld und die Fritteuse werden im Elektrolabor untersucht.
Das Kochfeld und die Fritteuse werden im Elektrolabor untersucht.

Das Glaskeramikkochfeld und die Fritteuse untersuchte der Gutachter im Elektrolabor. Dabei stellte er fest, dass mindestens das vordere, rechte Kochfeld zum Brandzeitpunkt eingeschaltet war.

Von der Fritteuse war nur noch ein stark verbrannter Rest übrig geblieben. Ihr Kunststoffgehäuse war an der Unterseite zu einer Masse zusammengeschmolzen. Anhand dieser Kunststoffschmelze, die größtenteils unter der Fritteuse, zum Teil aber auch am Kochfeld klebte, konnte der Gutachter rekonstruieren, wo das Gerät vor dem Brandausbruch genau gestanden hatte.

Zwischen der Bedieneinheit der Fritteuse und den Sensortasten des Kochfeldes lagen vor dem Schadeneintritt nur wenige Zentimeter.
Zwischen der Bedieneinheit der Fritteuse und den Sensortasten des Kochfeldes lagen vor dem Schadeneintritt nur wenige Zentimeter.

Dabei fiel auf, dass die Sensortasten des Kochfeldes und die Bedieneinheit der Fritteuse nur wenige Zentimeter auseinander gelegen hatten. Dem Spurenbild nach hatte der Mann nicht nur die Fritteuse, sondern dabei auch das Kochfeld eingeschaltet. Eine Brandentstehung durch die Fritteuse konnte der Gutachter ausschließen.

Ein Gerät, das Fett erhitzt, einzuschalten und dann die Wohnung zu verlassen – und sei es auch nur für einige Minuten – war fahrlässig und hätte sehr schief gehen können. Zum Verhängnis wurde dem Mann hier jedoch eine andere Fahrlässigkeit: Kochfelder sind keine Stellflächen. Jeder ist sich sicher, eine Herdplatte nicht unbeabsichtigt einzuschalten, und doch passiert es immer wieder.

Sensortasten begünstigen ein solches Missgeschick. Das IFS hat sogar Fälle untersucht, in denen Haustiere ein Kochfeld über Sensortasten eingeschaltet haben.

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