Ausdehnungsgefäß an der falschen Stelle installiert

Seitenansicht des Ausdehnungsgefäßes: Rechts ist der obere Teil mit Ventil, links der untere mit Bodenplatte zu sehen.
Seitenansicht des Ausdehnungsgefäßes: Rechts ist der obere Teil mit Ventil, links der untere mit Bodenplatte zu sehen.

Durch ein undichtes Ausdehnungsgefäß entstand ein erheblicher Leitungswasserschaden im Keller eines Gebäudes. Das IFS sollte feststellen, ob ein Produkt- oder ein Installationsfehler zu dem Schaden geführt hatte.
Das Ausdehnungsgefäß diente dazu, den Druck in der Installation konstant zu halten, indem es bei Erwärmung des Trinkwasserspeichers das zusätzliche Volumen des sich ausdehnenden Wassers aufnahm. Eine Gutachterin untersuchte den grünen, DVGW-geprüften Behälter im Labor: Er bestand aus zwei miteinander verschweißten Teilen. An der Oberseite gab es ein Ventil mit einer Gummidichtung. Unten war eine Bodenplatte angeschraubt, an der sich die Wasseranschlussverschraubungen befanden.
Im Labor wird die Membran ausgebaut.
Im Labor wird die Membran ausgebaut.

Von der Bodenplatte wurde außerdem die Membran im Inneren des Behälters gehalten. Da es von außen keine Auffälligkeiten gab, legte die Gutachterin im nächsten Schritt die Membran frei. Diese war wellig und eingefallen. In einigen Bereichen gab es Abdrücke der Behälterwand und Riefen, die belegten, dass die Membran an der Schweißnaht zwischen den beiden Teilen des Gefäßes entlanggeschabt war. Schließlich stieß die Gutachterin auf einen etwa zehn Millimeter langen Riss in dem schwarzen Gummimaterial.
Die Innenwand der Membran ist porös.
Die Innenwand der Membran ist porös.

Auf der Innenseite war das Gummi der Membran porös. Insgesamt zeigte sie für das vier Jahre alte Ausdehnungsgefäß starke Alterungserscheinungen. Anzeichen für einen Produktfehler gab es aber nicht.
Nach Herstellerangaben war der Behälter für durchströmte Trinkwasserleitungen vorgesehen. Bei sachgemäßer Installation hätte er sich in der Kaltwasserleitung zwischen Sicherheitsarmatur und Trinkwassererwärmer befinden müssen. Im vorliegenden Fall wurde er jedoch am Ende einer Leitung montiert – an einer Stelle, an der das Gefäß nicht durchströmt werden konnte. Wegen dieses Fehlers war die Membran dauerhaften Temperaturbelastungen ausgesetzt, für die sie nicht ausgelegt war. Die Verformungen belegten, dass sie außerdem während des Betriebes mehrfach nicht mit Wasser gefüllt war und zusammenfiel. Obendrein gab es mechanische Beschädigungen durch das Schaben an der Behälterinnenwand.
Die Undichtigkeit war also durch die falsche Installation entstanden. Das Schadenausmaß wurde erheblich vergrößert, weil es in dem Kellerraum keinen Bodenablauf gab.

Diesen Beitrag weiterempfehlen