Auftrag zur Brandstiftung

Von außen lassen sich die massiven Brandschäden im Gebäude nur erahnen.
Von außen lassen sich die massiven Brandschäden im Gebäude nur erahnen.

Was den Kaufpreis anging, war das Gebäude einer ehemaligen Molkerei ein Schnäppchen. Allerdings befand sich die zweigeschossige, voll unterkellerte Halle auch nicht im besten baulichen Zustand. Der neue Inhaber entschloss sich, dort eine Döner-Fabrik zu betreiben. Im ersten Stock des Bürotraktes der Molkerei richtete er für sich und seine Familie eine Wohnung ein. Eines Abends bemerkte seine Frau Brandgeruch.

Die junge Familie konnte sich ins Freie retten, bevor die Feuerwehr eintraf. Mehr als 50 Einsatzkräfte arbeiteten bis zum Morgen, um das Feuer zu löschen. Teile des Gebäudes brannten dabei aus, andere wurden durch Ruß und Rauchgaskondensate stark verunreinigt.

Die Brandlast bestand vor allem aus metallenen, mit PUR-Schaum gefüllten Dämmplatten.
Die Brandlast bestand vor allem aus metallenen, mit PUR-Schaum gefüllten Dämmplatten.

Die Flammen hatten im Erdgeschoss, in den Kühlräumen gewütet. Dort waren mit PUR-Schaum gefüllte Dämmplatten in Brand geraten. Polyurethane sind vielseitige Kunststoffe, die unter anderem sehr gute Dämmeigenschaften haben.

Polizei und IFS untersuchten die Brandstelle. Die Brandmittelspürhunde schlugen an. Und auch der IFS-Gutachter stieß auf etwas Interessantes: Es gab mindestens zwei räumlich getrennte Brandherde und damit klare Hinweise auf eine Brandstiftung.

Weite Gebäudeteile wurden durch Rauchgaskondensate verunreinigt. Diese Aufnahme entstand im Lager für Dönerfleisch.
Weite Gebäudeteile wurden durch Rauchgaskondensate verunreinigt. Diese Aufnahme entstand im Lager für Dönerfleisch.

Während der Untersuchung erfuhr der Gutachter, dass es dem Gebäudeinhaber finanziell nicht sehr gut ging. Der Mann wies ihn außerdem auf einige angeblich brandbedingte Gebäudeschäden hin, die aber zweifellos bereits vor dem Schadentag vorhanden gewesen waren. Zum Beispiel gab es Risse in der Decke, in denen sich bereits Spachtelmasse befand.

Der Versicherer löste die Probleme des Gebäudeinhabers am Ende nicht. Denn als es einige Wochen später erneut ein Feuer in dem maroden Gebäude gab, griff die Polizei in unmittelbarer Nähe einen Mann mit Brandverletzungen auf. Er gab zu, das Feuer gelegt zu haben, und sagte weiter, der Inhaber habe ihn damit beauftragt.

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