Auftauarbeiten an einer Dachrinne

Zwischen den beiden Giebeln verläuft das Regenfallrohr.
Zwischen den beiden Giebeln verläuft das Regenfallrohr.

Wasserführende Systeme in frostgefährdeten Bereichen müssen im Winter geschützt werden. Ein solcher Satz leitet gewöhnlich die Beschreibung eines Wasserschadens ein. Doch in diesem Fall kam es zu einem Brandausbruch.

Um die Frostgefahr wissend, hatte man die Dachentwässerung eines Verwaltungsgebäudes mit einer Dachrinnenheizung ausgestattet. Weil aber ein Feuchtefühler falsch platziert wurde, aktivierte die elektronische Steuerung die Heizung nicht, und die Dachentwässerung fror trotzdem ein.

Blick auf den Dachablauf (Pfeil); an der markierten Stelle hatte sich die Dachrinnenheizung befunden.
Blick auf den Dachablauf (Pfeil); an der markierten Stelle hatte sich die Dachrinnenheizung befunden.

Mitarbeiter des Bauhofes tauten das Regenfallrohr also auf. Dafür benutzten sie einen gasbetriebenen Handbrenner. Dreieinhalb Stunden nach dem Ende dieser Arbeiten bemerkten Anwohner Rauch am Dach des Gebäudes und riefen die Feuerwehr.

Der Tag endete mit Brandschäden an der Dachkonstruktion sowie in Räumen im Obergeschoss und im ausgebauten Spitzboden des Gebäudes. Ein IFS-Gutachter sah sich das Spurenbild vor Ort an.

Der Brandausbruchsbereich mit Brandzehrungen an den Hölzern der Dachkonstruktion und der Verkleidung (1). So auch am unteren Brett der Verkleidung, durch das ein Fallrohr geführt ist. Links oberhalb des Brettes ist in einem rechtwinkligen Verlauf ein Kabelkanal vorhanden (2), der keine direkten Brandspuren aufweist.
Der Brandausbruchsbereich mit Brandzehrungen an den Hölzern der Dachkonstruktion und der Verkleidung (1). So auch am unteren Brett der Verkleidung, durch das ein Fallrohr geführt ist. Links oberhalb des Brettes ist in einem rechtwinkligen Verlauf ein Kabelkanal vorhanden (2), der keine direkten Brandspuren aufweist.

Die Dachrinnenheizung hatte keinen Defekt, und im Bereich des Brandausbruchs gab es auch sonst keine elektrotechnischen Installationen, die das Feuer hätten auslösen können. Vielmehr hatte die Hitze des Handbrenners Holzbauteile der Dachkonstruktion entzündet.

Heißarbeiten auf und an Dächern sind immer mit einem erhöhten Brandrisiko verbunden. Häufig werden initiierte Brände nicht sofort bemerkt, wenn zum Beispiel zunächst nur ein unauffälliger Schwelbrand in einem verdeckten Bereich entsteht. Darum muss die Arbeitsstelle nach Heißarbeiten wiederholt und über mehrere Stunden kontrolliert werden.

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