Auch ein Magnet hat seine Grenzen

Über ein Rührwerk (1) und eine Förderschnecke (2) werden die Pellets aus dem Bunker zur Heizungsanlage transportiert.
Über ein Rührwerk (1) und eine Förderschnecke (2) werden die Pellets aus dem Bunker zur Heizungsanlage transportiert.

Holzabfälle zum Betrieb einer Heizungsanlage zu nutzen, ist insbesondere für eine Tischlerei sicherlich eine sehr gute Idee. Aber irgendwo musste etwas schief gelaufen sein. Denn eines Tages stand ein Brandursachenermittler im Pelletbunker des Betriebes und fragte sich, warum es dort einige Tage vorher zu einem Feuer gekommen war.

Links ist der nach den Löscharbeiten leere Bunker abgebildet. Die Rußablagerungen an den Wänden zeigen, wie hoch der Füllstand zum Brandzeitpunkt war. Die Feuerwehr hatte die Flammen löschen können, bevor sie sich über den Bunker hinaus ausbreiten konnten.

Alle Maschinen der Tischlerei sind an eine Absauganlage angeschlossen. Das kleine Bild zeigt einen Holzrest, in dem noch ein Nagel steckt.
Alle Maschinen der Tischlerei sind an eine Absauganlage angeschlossen. Das kleine Bild zeigt einen Holzrest, in dem noch ein Nagel steckt.

In der Tischlerei gab es eine durchdachte Anlage: Alle Maschinen waren an eine Absaugung für Sägemehl und -späne angeschlossen. Darunter befand sich auch eine Zerkleinerungsanlage für Holzabfälle. Weil sich in solchen Holzresten Nägel und andere Metallteile befinden können, gehörte zur Zerkleinerungsanlage ein Magnetabscheider, der auf dem Bild unten zu sehen ist.

Sägemehl und -späne sowie die zerkleinerten Holzabfälle wurden über die Absaugung in eine Pelletieranlage geführt, verpresst und weiter in den Pelletbunker transportiert. Aus dem Bunker wurde über ein Rührwerk und eine Förderschnecke die Heizungsanlage gespeist.

Am Dauermagneten des Abscheiders haften zahlreiche Nägel und andere Metallteile. Auf dem kleinen Bild ist ein Pellet zu sehen, in dem sich ebenfalls etwas Metallisches befindet.
Am Dauermagneten des Abscheiders haften zahlreiche Nägel und andere Metallteile. Auf dem kleinen Bild ist ein Pellet zu sehen, in dem sich ebenfalls etwas Metallisches befindet.

Dem Gutachter fielen zwei Dinge auf: Am Dauermagneten des Abscheiders hafteten zahlreiche Nägel und andere kleine Metallteile. Bei der genauen Betrachtung der Pellets, die aus der Pelletiermaschine transportiert wurden, entdeckte er ebenfalls etwas Metallisches. Offensichtlich wurden nicht alle Metallteile abgeschieden.

Wenn der Dauermagnet bereits sehr stark belegt ist, können keine weiteren Metallteile abgeschieden werden. Der Abscheider wurde nicht oft genug geleert. Darum konnte er zeitweise nicht alle metallischen Verunreinigungen aus dem Holz entfernen, und einige gelangten in die Zerkleinerungs- und schließlich in die Pelletieranlage.

Das Leeren des Abscheiders geschehe manuell und nach Bedarf, etwa alle ein bis zwei Wochen, sagte man dem Gutachter im Betrieb. Eine solche Regelung nach Augenmaß war jedoch nicht ausreichend, wie der Brandausbruch eindrucksvoll gezeigt hatte. Metall konnte in die Zerkleinerungsanlage gelangen, wo es so heiß wurde, dass es Holzabfälle zum Glimmen brachte und über ein derartig verunreinigtes Pellet den Brand im Bunker ausgelöst hatte.

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